Was beflügelt den Optimismus an der Wall Street?
Warum das wichtig ist: Während die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran die Schlagzeilen beherrschen, erreichten US-Aktien kürzlich ein Allzeithoch. Der weltweite Ölschock ist nur eine von mehreren größeren Turbulenzen, die die Anleger verunsichern, bevor sie im Laufe dieses Jahres wieder abklingen. Auch die Begeisterung für den Boom im Bereich Künstlicher Intelligenz ließ Anfang 2026 nach. Wie sollten Anleger also die wechselhafte Stimmung am Markt einschätzen?
Tom Lauricella ist Redakteur für globale Märkte bei Morningstar Inc. und Herausgeber des Newsletters „Smart Investor “.
10 Fragen, wie Investoren auf Umbrüche 2026 reagieren
- Der Krieg mit dem Iran dauert nun schon fast zwei Monate. Es bleibt unklar, wie die nächsten Schritte zwischen den USA und dem Iran aussehen. Was waren die wichtigsten Erkenntnisse hinsichtlich der Reaktion der Märkte auf den Krieg?
- Der S&P 500 erreichte kürzlich trotz des Konflikts im Nahen Osten ein Rekordhoch. Warum konnte der Aktienmarkt trotz des durch den Krieg ausgelösten Ölpreisschocks weiter zulegen?
- Nehmen Anleger Unsicherheiten oder Situationen, die zu Schwankungen führen könnten, einfach hin?
- Ihr Marktteam verfolgt aufmerksam die Nachrichten der Berichtssaison. Inwieweit tragen die Unternehmensergebnisse dazu bei, die Hoffnungen der Anleger aufrechtzuerhalten?
- Die großen Technologieunternehmen werden voraussichtlich nächste Woche ihre Geschäftszahlen veröffentlichen. Ihr Team veröffentlichte kürzlich einen Artikel, in dem zwei gegensätzliche Trends für Technologieaktien in diesem Quartal hervorgehoben wurden. Welchen Gegenwind gibt es?
- Lassen Sie uns über den Anleihemarkt sprechen. Wie hat er sich in Zeiten geopolitischer Spannungen entwickelt, während Aktien neue Höchststände erreichten?
- Eine weitere Sorge, die sich an den Märkten zunehmend breitmacht, betrifft die Märkte für Private Credit. Wie sieht die Lage dort aus und in welchem Zusammenhang steht das mit den Entwicklungen am Aktienmarkt?
- Die Inflation stieg vor allem aufgrund höherer Energiepreise stark an. Der Bericht zum Verbraucherpreisindex vom März zeigt, dass die Inflation bei 3,3 % liegt - und damit über dem Zwei-Prozent-Ziel der Federal Reserve. Setzt diese Situation die Fed unter Druck, ihre Zinspolitik zu ändern?
- Die Amtszeit von Jerome Powell als Fed-Vorsitzender läuft im Mai aus. Präsident Trump hat den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh nominiert. Hat Warsh bereits Andeutungen gemacht, wie er den Ausschuss leiten würde, der sich auf das Gleichgewicht zwischen Inflation und Arbeitsmarkt konzentriert?
- Was ist die wichtigste Erkenntnis für Anleger, die die großen Umwälzungen 2026 beobachten?
Zitat zu Hoffnungen und Erwartungen für die Berichtssaison
Werden Unternehmen insbesondere solche Prognosen abgeben, die das Vertrauen der Anleger in das Tempo des Gewinnwachstums aufrechterhalten? Analysten erwarten für das erste Quartal im Allgemeinen recht ordentliche Zahlen, nämlich ein zweistelliges Gewinnwachstum. Die Frage ist: Lässt sich das aufrechterhalten? Inwieweit werden die Verbraucher unter den höheren Energiepreisen leiden? Und dann ist da natürlich noch der Technologiesektor: Es gibt viele Fragen zu den Auswirkungen der KI, insbesondere im Hinblick auf Softwareunternehmen. Die Marktteilnehmer werden darauf entsprechende Prognosen erwarten. Doch sollte es vorerst zu einer enttäuschenden Berichtssaison kommen, könnte dies ein echtes Problem für den Aktienmarkt darstellen – was jedoch viele derzeit nicht auf dem Schirm zu haben scheinen.
Tom Lauricella, Redakteur für globale Märkte bei Morningstar Inc.
Fazit: Die geopolitische Lage stellt Anleger vor unerwartete Herausforderungen. Die verschärften Spannungen machen es umso wichtiger, die Portfolioallokationen zu überprüfen und auf Bewertungen zu achten, sagt Lauricella. Geopolitische Turbulenzen können reale Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Fundamentaldaten haben, wie beispielsweise der durch die Invasion der Ukraine ausgelöste Schock in der Lieferkette. Laut dem Redakteur für globale Märkte bei Morningstar sollten Anleger die geopolitischen Entwicklungen im Auge behalten. Und hier ist der Grund dafür: Diese Ereignisse könnten zu einer höheren Inflation führen und reale Auswirkungen auf die Märkte sowie auf die Cashflows der Menschen für ihren täglichen Bedarf haben.
Weitere Informationen von Morningstar zur Reaktion der US-Märkte auf den Krieg im Iran
Der Anleihemarkt zeigte in dieser Zeit der Unsicherheit eine etwas andere Reaktion. Er gilt in der Regel als sicherer Hafen. Doch statt zu sinken, stiegen die Anleiherenditen. Lauricella verweist auf den Ölpreisschock. Die Anleger waren bereits besorgt darüber, dass die Inflation offenbar über dem 2-Prozent-Ziel der Federal Reserve verharrt. Daten des Verbraucherpreisindex vom März zeigten, dass höhere Energiepreise die Inflation in die Höhe trieben. Die Frage bleibt: Wie lange hält das an? Lauricella hält den Anstieg der Anleiherenditen für nachvollziehbar, da auch andere Themen die Anleger beschäftigen, wie beispielsweise das explodierende Haushaltsdefizit der US-Regierung.
Leslie Norton von Morningstar beleuchtet in einem Beitrag fünf Trends, die man nach einem möglichen Krieg mit dem Iran im Auge behalten sollte, darunter die Frage, ob sich Gold wieder erholen könnte. Sehen Sie sich eine Bonusfolge von „The Morning Filter“ an, in der erläutert wird, warum eine „Barbell“-Aktienstrategie derzeit ideal ist. Und abonnieren Sie den„Smart Investor“- Newsletter von Lauricella, um über Markteinblicke und Anlageideen von Morningstar auf dem Laufenden zu bleiben.

