Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die meisten Aktien, die in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich einen Großteil ihres Umsatzes mit KI erzielen werden, werden als unterbewertet eingestuft.
- Einige der Namen, die von Morningstar-Analysten als Unternehmen mit hohem Zukunftspotenzial hervorgehoben werden, sind Investoren wenig bekannt.
- Viele Beratungsunternehmen im IT-Bereich werden in den nächsten Jahren in erheblichem Umfang mit KI zu tun haben.
Unternehmen im Bereich Künstlicher Intelligenz erlebten seit Einführung von ChatGPT 3.5 Ende 2022 einen beeindruckenden Aufschwung, aber nach wie vor herrscht Unklarheit darüber, was eine KI-Aktie ausmacht und ob Anleger ihren Fokus auf die voraussichtlichen künftigen Gewinner des Themas richten.
Morningstar erstellte eine Bottom-up-Analyse, aus der hervorgeht, welche Aktien am stärksten vom KI-Thema betroffen sind – nicht nur aktuell, sondern auch in fünf Jahren.
Die Analysten mussten ihre Prognosen mit konkreten Zahlen untermauern und genau darlegen, welche Rolle das Unternehmen in der Lieferkette spielt und ob es in fünf Jahren 50 % seines Umsatzes oder mehr mit KI erzielen wird. Weniger als 20 Aktien erzielten eine ausreichend hohe Punktzahl, um als reine KI-Titel eingestuft zu werden.
Das Bild wird noch interessanter, wenn man diese KI-Werte mit den Bewertungsschätzungen vergleicht. Dabei zeigt sich: Je höher der KI-Wert, desto attraktiver die Bewertung. Von den Unternehmen, die mehr als die Hälfte ihres künftigen Umsatzes mit KI erzielen werden, sind zwischen 80 % und 100 % unterbewertet.
Die interessantesten KI-Aktien: Unterbewertete Chancen
Laut einer Analyse von Morningstar gehören diese Unternehmen zu denjenigen, die am besten positioniert sind, um vom Wachstum im Bereich Künstlicher Intelligenz zu profitieren, und gleichzeitig attraktive Bewertungen bieten:
- Oracle ORCL
- Snowflake SNOW
- Advanced Micro Devices AMD
- Broadcom AVGO
- Globant GLOB
- CGI GIB.A
- Tata Consultancy Services TCS
Warum sind viele KI-Aktien immer noch unterbewertet?
Die meisten der in der Analyse identifizierten Unternehmen mit den höchsten Bewertungen sind bereits im Technologiebereich tätig. KI verändert Geschäftsmodelle, wobei Unternehmen aus Branchen wie der Unternehmensberatung und sogar dem Fast-Food-Bereich in den letzten Jahren behaupteten, dass KI ihre Geschäftsmodelle revolutionieren würde. Wenn es jedoch um Unternehmen geht, die künftig tatsächlich direkt mit KI Umsatz generieren, handelt es sich um viele Namen, die Anlegern bereits bekannt sind, wie beispielsweise Nvidia (NVDA) und Microsoft (MSFT).
Ganz oben auf der Liste stehen IT-Giganten wie Oracle (ORCL) und Snowflake (SNOW), beides direkte Anbieter von KI-Technologie und 4-Sterne-Aktien. Dicht dahinter folgen Unternehmen wie AMD (AMD) und Broadcom (AVGO), die als Zulieferer für KI-Technologie fungieren und ebenfalls 4-Sterne-Aktien sind.
Welche KI-Aktien sind für künftiges Wachstum am besten aufgestellt?
Anleger sind sich des Potenzials der KI bewusst und haben beobachtet, wie thematische KI-Fonds den Gesamtmarkt deutlich übertroffen haben. Sie sind sich jedoch auch der Risiken bewusst. Ende 2025 kam es zu einem erheblichen Ausverkauf von Aktien aus dem Bereich der KI-Infrastruktur, und viele dieser Titel haben sich noch nicht vollständig erholt. Trotz der potenziellen Gewinne fühlen sich Investoren angesichts des Ausmaßes der Risiken unsicher, die diese Unternehmen im KI-Bereich eingehen, und preisen dies daher in den Aktienkursen ein.
Einige der Namen, die Analysten als besonders vielversprechend für die Zukunft ausweisen, sind Anlegern und sogar Fondsmanagern, die in KI-Themenfonds investieren, weniger bekannt: Beratungsunternehmen aus dem IT-Bereich – etwa Globant (GLOB), CGI (GIB.A) oder Tata TCS – werden in den nächsten Jahren ein bedeutendes Engagement im KI-Bereich aufweisen. Dennoch halten derzeit weniger als 2 % der KI-Fondsmanager diese Aktien. Darüber hinaus weisen die drei Unternehmen derzeit alle attraktive Bewertungen auf. Versteckte Perlen wie diese sind reif dafür, von gewieften Anlegern genutzt zu werden.
Dieser Artikel stammt aus dem im Mai veröffentlichten Bericht„Opportunities in Artificial Intelligence“, der von Michael Field und Kenneth Lamont verfasst wurde.

