Die wichtigsten Erkenntnisse
- Europäische ETFs verzeichneten im Juli Kapitalzuflüsse in Höhe von 47,3 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 28 Prozent gegenüber Juni entspricht.
- ETFs auf Global Large-Cap Blend-Aktien und US Large-Cap Blend-Aktien hatten den Löwenanteil der Kapitalzuflüsse.
- Im Zeitraum bis Ende Juli entfielen 76,5 Prozent aller ETF-Zuflüsse auf Aktien.
Ein starker Kursrückgang am Nasdaq im Juli reichte nicht aus, um die Begeisterung europäischer ETF-Anleger für US-Large-Cap-Aktien und den KI-getriebenen Zyklus zu erschüttern.
Im letzten Monat verzeichnete der europäische ETF-Markt Mittelzuflüsse in Höhe von 47,3 Milliarden Euro, was einen Anstieg gegenüber 36,8 Milliarden Euro im Juni darstellt und die Mittelzuflüsse seit Jahresbeginn auf knapp 266 Milliarden Euro erhöht. Damit ist der Markt auf dem besten Weg, erneut ein Jahresrekordhoch bei den Mittelzuflüssen zu erreichen. Das Gesamtvermögen blieb jedoch nahezu unverändert und lag im Juli bei 3,22 Billionen Euro, verglichen mit 3,23 Billionen Euro im Juni.
Die Kombination aus starken Mittelzuflüssen und stagnierenden Vermögenswerten zeugt von einer Überzeugung der Anleger, die der Marktentwicklung vorausging. Einer der Hauptgründe dafür war eine Schwächephase bei US-Aktien – der S&P 500 schloss nahezu unverändert, und der Nasdaq 100 gab um 6,6 Prozent nach, da Händler ihre Übergewichtungen im Technologiesektor reduzierten. Auch die Anleihemärkte verzeichneten keinen guten Monat. Die Kapitalverluste an den Aktien- und Anleihemärkten glichen die neu zugeflossenen Mittel im Wesentlichen aus.
Anleger setzen verstärkt auf US-Exposure
Wenn es jemals einen Zeitpunkt gab, an dem europäische Anleger eine taktische Umschichtung weg von Wachstums-Aktien hin zu günstigeren Value-Aktien in Betracht ziehen, dann war es der Einbruch des Technologiesektors im Juli. Doch sie haben diese Gelegenheit nicht genutzt. Stattdessen reagierten sie auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit KI mit einer entschiedenen Ausweitung ihres Engagements.
Aktien-ETFs verzeichneten im Monatsverlauf Zuflüsse in Höhe von 34,2 Milliarden Euro, was einem Anstieg gegenüber den 29,9 Milliarden Euro im Juni entspricht. Seit Jahresbeginn sind es insgesamt 203,4 Milliarden Euro – das sind 76,5 Prozent aller ETF-Zuflüsse. Das Geld floss weiterhin in die gleichen, stark auf die USA ausgerichteten und technologieorientierten Anlagestrategien: Globale Large-Cap-Blend-Fonds (bei denen die USA oft zwei Drittel des Portfolios ausmachen) verzeichneten Zuflüsse in Höhe von 10,1 Milliarden Euro, während allein US-Large-Cap-Blend-Strategien 8,6 Milliarden Euro anzogen.
Das deutlichste Zeichen für unerschütterliche Überzeugung: Die Aktienkategorie mit der schlechtesten Wertentwicklung im Juli, gemessen an den Kapitalabflüssen, war der Bereich Global Large-Cap Value, der 539 Millionen Euro einbüßte. Die Anleger hielten nicht nur an Wachstumswerten fest – sie zogen ihr Kapital aktiv aus der alternativen Anlageklasse ab. Die Schwankungen im Nasdaq im Juli wurden kaum als Warnsignal wahrgenommen.
Kapitalflüsse nach großen Anlageklassen auf dem europäischen ETF- und ETC-Markt
ETF-Zuflüsse in europäische Staatsanleihen
Der Bereich festverzinslicher Wertpapiere verzeichnete einen soliden Monat mit Zuflüssen in Höhe von 8,8 Milliarden Euro, was einem Anstieg gegenüber den 7,7 Milliarden Euro im Juni entspricht. Die Gesamtzuflüsse seit Jahresbeginn betragen 47,7 Milliarden Euro – etwa 18 Prozent aller Zuflüsse im Jahr 2026. Der Großteil floss in die sichersten Anlageklassen: Auf Euro lautende Staatsanleihen-ETFs verzeichneten Zuflüsse von fast 1,5 Milliarden Euro, US-Treasury-ETFs von 655 Millionen Euro.
Die interessantere Nebenentwicklung ist der Aufstieg der CLO-ETFs. Versteckt in der Sammelkategorie „Sonstige Anleihen“ zogen Fonds für besicherte Kreditverpflichtungen allein im Juli 515 Millionen Euro und seit Januar 2,4 Milliarden Euro an – ein Nischenprodukt, das still und leise an echter Größe gewinnt. Anleihe-Laufzeitfonds, beliebt bei Anlegern, die eine Fälligkeit wie bei Anleihen wünschen, verzeichneten im Monatsverlauf einen Zufluss von weiteren 348 Millionen Euro und seit Jahresbeginn von insgesamt 2,5 Milliarden Euro.
iShares hat Zuflüsse von 15 Milliarden Euro
Unter den Anbietern baute iShares seine Führungsposition als Europas Kapitalmagnet weiter aus und verzeichnete allein im Juli Zuflüsse in Höhe von fast 15 Milliarden Euro – mehr als doppelt so viel wie sein nächster Konkurrent. Xtrackers, das 7,3 Milliarden Euro an Zuflüssen hatten, und Vanguard mit 7 Milliarden Euro neuer Mittel vervollständigten das Podium, während State Street mit Abflüssen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro den Ausreißer des Monats darstellte.
Dieser Artikel stammt aus dem „Europe ETF Monthly Fund Flows Roundup“.

