Wichtigste Erkenntnisse
- Aktive Rentenfonds verzeichneten Nettomittelzuflüsse in Höhe von 50 Milliarden Euro.
- Kurzlaufende Rentenfonds waren bei Anlegern besonders gefragt.
- Seit 2024 wurden fast 20 offene Fonds und ETFs mit Fokus auf Verteidigung aufgelegt
Europäische Fonds sammelten im zweiten Quartal 2025 Mittel in Höhe von 131 Milliarden Euro ein – ein Rückgang gegenüber 161 Milliarden Euro im ersten Quartal, bedingt durch anhaltende geopolitische Unsicherheiten und Sorgen um die globale Konjunktur.
Hier sind die fünf wichtigsten Trends für das zweite Quartal.
1. Aktive Fonds für Anleihen, ETFs für Aktien
Wie schon seit der zweiten Jahreshälfte 2024 blieb die Nachfrage der Anleger nach aktiven Renten- und passiven Aktien-Strategien stark. Aktive Anleihefonds verzeichneten 50 Mrd. EUR an Nettomittelzuflüssen, verglichen mit 16,2 Mrd. EUR bei passiven Strategien. Im Aktienbereich waren passive Fonds mit 60 Mrd. EUR führend, während aktive Aktienfonds Abflüsse von 6,2 Mrd. EUR verzeichneten.
In Zeiten einer sich ändernden Geldpolitik können aktive Manager ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Gleichzeitig bleibt die Vorliebe für die kostengünstigen passiven Optionen bei Aktienengagements ungebrochen.
2. Die Rotation aus US-Dollar Vermögenswerten setzt sich fort
Anleger passten ihr geografisches Engagement weiter an und schichteten weg aus reinen Engagements in US-Assets:
Bei Aktien entscheiden sich Anleger entweder für globale Strategien, um das Länderrisiko zu diversifizieren - beispielsweise zogen globale Large-Cap-Blend-Fonds 39,3 Mrd. EUR an - oder sie wechseln aktiv zu den europäischen Märkten. Eine Ausnahme bilden die britischen Aktienfonds, die weiterhin Geld verloren.
Bei den festverzinslichen Wertpapieren führt die anhaltende Schwäche des US-Dollars zu einer erneuten Nachfrage nach Lokalwährungsfonds für Schwellenländeranleihen. Diese verzeichneten im zweiten Quartal Zuflüsse in Höhe von 1,3 Mrd. EUR und kehrten damit einen Trend um, der bis ins Jahr 2023 zurückreicht und zu erheblichen Abflüssen führte.
3. Fonds für Verteidigungsaktien waren besonders erfolgreich
Rüstungs-Themenfonds haben in der ersten Hälfte des Jahres 2025 rund 6,8 Milliarden Euro eingesammelt, davon allein 3,2 Milliarden Euro im zweiten Quartal. Steigende Verteidigungsbudgets in Europa und den USA sind die treibende Kraft. Seit Anfang 2024 wurden fast 20 neue offene Verteidigungsfonds und ETFs aufgelegt, wobei der Großteil der jüngsten Auflegungen - vor allem ETFs - speziell auf den europäischen Verteidigungssektor ausgerichtet ist.
Die Verteidigung ist der einzige solide Lichtblick im Universum der thematischen Fonds, deren Beliebtheit weiter abnimmt. In den letzten drei Jahren bis zum Ende des zweiten Quartals 2025 sind insgesamt 87 Milliarden Euro abgeflossen.
4. Anleihefonds mit kurzer Laufzeit profitieren von Zinsunsicherheiten
Anleger strömten im zweiten Quartal in Scharen in kurzfristige Anleihefonds, aufgeschreckt durch mögliche Auswirkungen der im April angekündigten US-Zölle. Angetrieben von der Unsicherheit über die Inflation und die Ausrichtung der Zentralbanken flossen Gelder in die Kategorien ultra-kurzlaufende Anleihen EUR, diversifizierte Anleihen EUR - kurzfristig und ultra-kurzlaufende Anleihen USD zusammen 24 Mrd. EUR.
5. Ein florierendes ETF-Geschäft ist hilfreich
BlackRock lag mit 20,8 Mrd. EUR an der Spitze der vierteljährlichen Mittelzuflüsse, und zwar mit einem deutlichen Vorsprung vor anderen Anbietern. Dies war ausschließlich dem ETF-Geschäft zu verdanken, während die traditionellen offenen Publikumsfonds - einschließlich Index- und aktiver Fonds - im Laufe des Quartals Abflüsse verzeichneten.
Es ist kein Zufall, dass die fünf größten Vermögensverwalter in Europa über ein erfolgreiches ETF-Geschäft verfügen. Die Vorliebe für aktive festverzinsliche Anlagen kann jedoch einen Wachstumspfad für aktive Häuser mit guten Fähigkeiten auf der Anleihenseite bieten.

