Coca-Cola: Unsere Einschätzung zur Aktie nach den Quartalszahlen

Neue Produkte und ein breiteres Vertriebsnetz in Schwellenländern sorgen für Wachstum bei Coca-Cola.

Das Logo der Coca-Cola Co. und die Beschilderung vor ihrem Hauptsitz.
Aaron M. Sprecher via AP

Coca-Cola hat am 28. Juli seinen Geschäftsbericht für das zweite Quartal veröffentlicht. Hier finden Sie die Einschätzung von Morningstar zu den Ergebnissen und der Aktie von Coca-Cola.

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Coca-Cola

  • Fair Value-Schätzung
    : 75,00 USD
  • Morningstar Rating
    : ★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Breit
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Gering

Unsere Einschätzung zu den Ergebnissen von Coca-Cola im zweiten Quartal

Der organische Umsatz von Coca-Cola stieg im zweiten Quartal um 6 Prozent. Das lag einerseits an einem Preisanstieg von 2 Prozent im Produktmix und andererseits an einem Anstieg der Konzentratverkäufe um 4 Prozent. Das vergleichbare Betriebsergebnis verbesserte sich um 9 Prozent, da die Marge um 90 Basispunkte auf 35,6 Prozent stieg. Der vergleichbare Gewinn je Aktie zog um 11 Prozent an auf 0,97 US-Dollar.

Warum dies von Bedeutung ist: Die positive Dynamik hielt auch im zweiten Quartal an. Der Konzern profitierte von eine erfolgreichen Marketingkampagne zur Fußball-Weltmeisterschaft, günstigen Wetterbedingungen, einem positiven Basiseffekt im Vorjahresvergleich sowie breit angelegten Absatzsteigerungen in allen Regionen und Produktkategorien.

  • Coca-Cola errichtet in allen Regionen, in denen das Unternehmen tätig ist, Innovationszentren. Das wird das Unternehmen unserer Ansicht nach in die Lage versetzen, neue Produkte effektiver auf die Vorlieben der lokalen Märkte abzustimmen. Das dürfte unsere Erwartungen hinsichtlich eines langfristigen organischen Umsatzwachstums im mittleren einstelligen Bereich stützen.
  • Angesichts der starken Entwicklung im ersten Halbjahr hob das Unternehmen die Prognose für das organische Umsatzwachstum im Jahr 2026 auf 5 Prozent an von bisher 4 Prozent bis 5 Prozent. Der vergleichbare Gewinn je Aktie soll um 9 bis 10 Prozent steigen, bisher lag die Prognose bei 8 bis 9 Prozent Plus. Nach dem starken ersten Halbjahr rechnet der Konzern für das zweite Halbjahr allerdings mit mehr Gegenwind.

Zwischen den Zeilen: Am 16. Juli gab Coca-Cola einen Cyberangriff mit Ransomware auf Fairlife bekannt, der das Unternehmen zur Einstellung der Produktion zwang. Fairlife macht etwa 2 Prozent des unternehmensweiten Umsatzes aus. Die Produktion wurde größtenteils wieder aufgenommen, und das Unternehmen rechnet nicht mit wesentlichen Auswirkungen auf die Produktverfügbarkeit.

Fazit: Wir erwarten, dass wir unsere Fair Value-Schätzung von 74 US-Dollar für das Unternehmen mit seinem breiten Wettbewerbsvorteil um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentsatz anheben werden. Auch danach dürfte die Aktie aber leicht überbewertet bleiben, da sie seit Jahresbeginn um mehr als 25 Prozent gestiegen ist und damit das Plus des Morningstar US Market Index von 9 Prozent übertroffen hat.

  • Wir sind der Ansicht, dass Coca-Cola gut gerüstet ist, um den starken Wettbewerbsdruck angesichts der zurückhaltenden Konsumausgaben zu bewältigen. Das rechtfertigt das Anheben unserer Prognosen für Umsatz und Margen.
  • Daneben sehen wir ein attraktiveres Aufwärtspotenzial bei den Aktien von PepsiCo, einem Unternehmen mit starkem Wettbewerbsvorteil, da der Markt unseres Erachtens dessen dominierende Snack-Sparte unterbewertet. Da sich das Unternehmen weiterhin auf Innovation und Erschwinglichkeit konzentriert, prognostizieren wir für die nächsten 10 Jahre ein jährliches Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich.

Im Folgenden finden Sie Auszüge aus dem Unternehmensbericht von Morningstar über Coca-Cola.

Fair Value-Schätzung für Coca-Cola

Angesichts ihres 2-Sterne-Ratings halten wir die Coca-Cola-Aktie im Vergleich zu unserer langfristigen Fair Value-Schätzung von 75 US-Dollar für moderat überbewertet, da das abgeleitete Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis unserer bereinigten Gewinnprognose für 2026 bei 23 liegt. Unsere Prognose einer durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstumsrate (CAGR) im mittleren einstelligen Bereich für die nächsten 10 Jahre basiert auf dem starken Wachstum in den Schwellenländern. Wir prognostizieren, dass Lateinamerika und der asiatisch-pazifische Raum zusammen bis 2035 35 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen werden nach 24 Prozent im Jahr 2025. Daben dürfte Coca-Cola das Sortiment ausweiten sowie die Vertriebskanäle in den Kategorien der stillen Getränke wie Sport- und Energy-Drinks.

Wir erwarten, dass sich das Umsatzwachstum ab 2026 etwas ausgewogener zwischen dem Preis-Produktmix und dem Absatz entwickeln wird. Wir erwarten, dass sich das Wachstum im vom Management festgelegten langfristigen Zielbereich von 4 Prozent bis 6 Prozent einpendeln wird, was wir angesichts der Branchendynamik für angemessen halten. Coca-Cola hat sein organisches Wachstum in der Vergangenheit durch strategische Akquisitionen ergänzt, und wir gehen davon aus, dass das Unternehmen dies auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird.

Erfahren Sie mehr über die Fair Value-Schätzung von Coca-Cola.

Economic Moat-Rating

Wir sind der Ansicht, dass Coca-Cola auf der Grundlage solider immaterieller Vermögenswerte und eines erheblichen Kostenvorteils einen breiten Economic Moat um sein globales Getränkegeschäft errichtet hat. Nach unseren Modellrechnungen erzielt das Unternehmen über unseren expliziten Zehnjahres-Prognosezeitraum hinweg eine Rendite auf das investierte Kapital – einschließlich des Firmenwerts – von durchschnittlich fast 50 Prozent, womit es unsere Schätzung der gewichteten durchschnittlichen Kapitalkosten von 7 Prozent deutlich übertrifft.

Die Anziehungskraft der Marke Coca-Cola führt zu einem stetigen Preisaufschlag gegenüber weniger bekannten Marken und einer geringen Nachfrageelastizität, was dem Unternehmen eine beträchtliche Preissetzungsmacht verschafft. Darüber hinaus ermöglichen die Größe und die Erfahrung eines gut vernetzten globalen Coca-Cola-Systems dem Unternehmen, die Markteinführung neuer Produkte zu beschleunigen sowie Produktinnovationen schneller und kostengünstiger als die Konkurrenz einzuführen und zu skalieren.

Erfahren Sie mehr über den Economic Moat von Coca-Cola.

Finanzielle Stärke

Wir sind der Ansicht, dass Coca-Cola über eine solide Bilanz und reichlich Liquidität verfügt, um makroökonomische Schwankungen zu bewältigen und in langfristiges Wachstum zu investieren. Das Unternehmen wies zum Stand Dezember 2025 in seiner Bilanz 16 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und kurzfristigen Anlagen aus, verfügte über fast 5 Milliarden US-Dollar an ungenutzten Kreditlinien für allgemeine Zwecke und unterhielt ein gut etabliertes Commercial-Paper-Programm in den USA, das ihm einen kontinuierlichen Zugang zu kurzfristigen Finanzmitteln zu niedrigen Zinssätzen ermöglicht. Unter Berücksichtigung einer Margenausweitung in den nächsten fünf Jahren durch Effizienzsteigerungen im Marketing und Vertrieb sowie stabiler Investitionsausgaben von 4 Prozent des Umsatzes in unserem Finanzmodell erwarten wir, dass der freie Cashflow des Unternehmens stark bleiben und im Betrachtungszeitraum durchschnittlich 28 Prozent des Umsatzes betragen wird.

Erfahren Sie mehr über die Finanzkraft von Coca-Cola.

Risiko und Unsicherheit

Wir stufen Coca-Cola mit einer „geringen Unsicherheit“ ein. Wir betrachten langfristige Partnerschaften mit Abfüllern als entscheidend für das Geschäftsmodell und das Renditeprofil des Unternehmens. In Zeiten hoher Inflation geraten diese Beziehungen jedoch unter Druck, da die Abfüller in der Regel die Hauptlast der Kostensteigerungen tragen.

Coca-Cola ist stark auf internationalen Märkten engagiert und erzielt dort über zwei Drittel sowohl des Umsatzes als auch des Gewinns, was zu einer höheren operativen Volatilität führt als bei auf den heimischen Markt ausgerichteten Wettbewerbern. Da die Verbraucher zunehmend gesundheitsbewusst handeln, steht Coca-Cola vor der Herausforderung, die gesundheitlichen Effekte seiner Getränke zu verringern, ohne dabei den unverwechselbaren Geschmack zu beeinträchtigen. Wir sehen keine ökologischen, sozialen oder Governance-Risiken, die den Geschäftsbetrieb oder die Anlagerenditen von Coca-Cola wesentlich beeinträchtigen.

Erfahren Sie mehr über die Risiken und Unsicherheiten bei Coca-Cola.

Die KO Bulls sagen

  • Coke nutzt seine engen Beziehungen zu Abfüllern in noch wenig erschlossenen Schwellenmärkten, um das Absatzwachstum sowohl mit klassischen Rezepturen als auch mit neuen, auf den lokalen Geschmack zugeschnittenen Produkten voranzutreiben.
  • Umfangreiche Investitionen in eine digitalisierte Lieferkette und Datenanalyse haben zu einer besseren Abstimmung zwischen Coca-Cola und seinen Abfüllern in den Bereichen Produktplanung, Fertigung und Markteinführungsstrategie geführt.
  • Strategische Akquisitionen in attraktiven Getränkekategorien, darunter Premium-Milchprodukte, entsprechen den Verbraucherpräferenzen und dürften das Umsatzwachstum weiter ankurbeln.

Die KO Bears sagen

  • Die anhaltenden Gegenwinde bei der Nachfrage nach kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken in den Industrieländern stellen eine Herausforderung für die langfristigen Wachstumsaussichten von Coca-Cola dar.
  • Das Markenportfolio und das Produktangebot des Unternehmens in den Kategorien der stillen Getränke sind weniger stark ausgeprägt, und erhebliche Investitionen sind erforderlich, um die Wettbewerbsposition zu stärken.
  • Da 60 Prozent des Umsatzes aus internationalen Märkten stammen, ist Coca-Cola ständigen Währungsschwankungen ausgesetzt, die zu Schwankungen bei den ausgewiesenen Gewinnen führen.

Dieser Artikel wurde von Irza Waraich zusammengestellt.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von Automatisierung erstellt und von Morningstar-Redakteuren überprüft. Erfahren Sie hier mehr Morningstars Einsatz von Automatisierung.

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