Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Beiersdorf
- : 93 EURFair Value-Schätzung
- : ★★★★Morningstar Rating
- : SchmalMorningstar Economic Moat Rating
- : NiedrigMorningstar Uncertainty Rating
Unsere Einschätzung der Geschäftszahlen von Beiersdorf
Der organische Umsatz von Beiersdorf BEI ging im zweiten Quartal noch um 2,3 Prozent zurück und damit langsamer als im ersten Quartal. Da war er noch um 4,6 Prozent geschrumpft. Zurückzuführen ist die Stabilisierung auf eine Erholung bei La Prairie und die anhaltende Stärke im Derma-Bereich. Nivea blieb dagegen schwach und verzeichnete im ersten Halbjahr einen organischen Rückgang um 6,8 Prozent, was zu einer negativen Korrektur der Prognose führte.
Warum das wichtig ist: Der sich verschärfende Wettbewerb durch unabhängige und lokale Akteure, verstärkt durch die vom Nahen Osten bedingten Turbulenzen bei der Verbraucherstimmung und den Inputkosten, hat zu einer Senkung der Prognose geführt und die Aktie auf ein Zehnjahrestief gedrückt. Das stellt das Vertrauen der Anleger sowohl in die Sanierung von Nivea als auch in die mittelfristige Margenentwicklung auf die Probe.
- Um die Sanierung von Nivea zu unterstützen, wird Beiersdorf die Marketingausgaben in der zweiten Jahreshälfte 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 100 Millionen Euro erhöhen. Damit dürften die Marketing- und Vertriebskosten im laufenden Jahr bei knapp 24 Prozent des Umsatzes liegen und damit am oberen Ende unserer Bandbreite für den Konsumgüterbereich.
- Andere Bereiche des Konsumgütergeschäfts verzeichneten ein starkes Wachstum: Derma legte um 7,4 Prozent zu, und La Prairie kehrte nach einem Rückgang um 14,9 Prozent im ersten Quartal zu einem Wachstum von 2,2 Prozent zurück.
Fazit: Wir senken unsere Fair Value-Schätzung für das Unternehmen von 106 auf 93 Euro pro Aktie. Das liegt am unerwartet schwachen Umsatzwachstum und einem erheblichen Anstieg der Investitionen, mit denen das Wachstum bis 2027 wieder angekurbelt werden soll. Wir betrachten die Aktie als unterbewertet. Sie wird im 4-Sterne-Bereich gehandelt.
- Wir erwarten nun dass der Umsatz im laufenden Jahr auf organischer Basis um 2,4 Prozent schrumpft, bisher waren wir von einem Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich ausgegangen. Unsere EBIT-Margenannahme haben wir auf 12,1 Prozent gesenkt, ein Rückgang um 190 Basispunkte gegenüber 2025 und weitgehend im Einklang mit der Prognose. Wir erwarten, dass die Investitionen im Jahr 2027 und angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs auch mittelfristig auf hohem Niveau bleiben; daher haben wir auch unsere Annahme für die EBIT-Marge im Jahr 2030 von 15 Prozent auf 14 Prozent gesenkt.
- Beiersdorf lag bei Fusionen und Übernahmen hinter seinen Mitbewerbern zurück, insbesondere im schnell wachsenden Bereich der Dermatologie. Angesichts des sich verschärfenden Wettbewerbs und steigender Kundenakquisitionskosten unterstützt die starke Bilanz des Unternehmens verstärkte Investitionen sowohl in den organischen Markenaufbau als auch über Zukäufe.

