In der Folge des Podcasts „The Morning Filter“ vom 8. Juni sprach Dave Sekera, Chefstratege für den US-Markt bei Morningstar, über die neuen Investitionen von Berkshire Hathaway BRK.A, BRK.B in Taylor Morrison Home TMH und Alphabet GOOGL . Er äußerte sich zudem darüber, ob Berkshire derzeit ein attraktiver Kauf ist. Hier ein Auszug aus der Folge.
Susan Dziubinski: Eines Deiner Unternehmen, Berkshire Hathaway, war jetzt in den Nachrichten, nachdem es nun tatsächlich Investitionen getätigt und damit einen Teil seiner riesigen Barreserven eingesetzt hat. Zunächst einmal hat Berkshire Taylor Morrison Home gekauft. Was hältst Du von dieser Übernahme?
David Sekera: Im Großen und Ganzen betrachtet – wenn man sich allein schon die Größe von Berkshire vor Augen führt – ist dies in der einen oder anderen Hinsicht eigentlich nicht sonderlich aussagekräftig. Bei Taylor Morrison handelt es sich um kein Unternehmen, das wir analysiert haben, weshalb ich zu dessen Bewertung keine konkrete Meinung habe.
Ich halte es jedoch für interessanter zu wissen: War dies ein Kauf, weil Greg Abel nun den richtigen Zeitpunkt für Investitionen in den Wohnungsbau gekommen sieht? Sehen sie hier also kurzfristig Anzeichen für eine Erholung im Wohnungsbau? Oder handelt es sich vielleicht einfach um ein Unternehmen, das sie schon seit einiger Zeit im Auge hatten? Da sich der Wohnungsbau in einer gewissen Flaute befindet, weisen die Aktien dieser Unternehmen relativ niedrige Bewertungen auf. Vielleicht wollten sie dieses Unternehmen also schon seit einiger Zeit kaufen und haben nun endlich die Gelegenheit dazu erhalten.
Ich finde das jedoch auch interessant, weil das Unternehmen eine Reihe weiterer Positionen in Aktien aus dem Wohnungsbau hält. Es ist Eigentümer von Clayton Homes. Möglicherweise haben sie damit einen etwas besseren Einblick in den Wohnungsbausektor als der Markt.
Dziubinski: Das ist interessant. Ich glaube, sie haben auch einige Aktien von Wohnungsbauunternehmen im öffentlichen Portfolio; es wird also spannend sein zu sehen, ob sie in dieser Hinsicht etwas unternehmen.
Eine weitere wichtige Meldung von Berkshire in dieser Woche war, dass das Unternehmen plant, im Rahmen der von Alphabet angekündigten Kapitalerhöhung über 80 Mrd USD weitere 10 Mrd USD in Alphabet GOOGL zu investieren. Damit wird der Anteil von Alphabet am Portfolio von Berkshire auf etwa 9,5 Prozent steigen. Was hältst Du davon, Dave?
Sekera: Nun, offensichtlich ist Alphabet mittlerweile eine Kernposition in ihrem Aktienportfolio. Ich denke, dies zeigt, dass das Management unter Greg Abel nun eher bereit ist, in Technologie zu investieren, während man unter Warren Buffett in der Vergangenheit eher einen Bogen darum gemacht hat. Wir werden sehen, ob sich dies vielleicht zu einem Trend entwickelt. Ich frage mich auch, ob Greg Abel, der hier erst vor relativ kurzer Zeit das Ruder übernommen hat, möglicherweise allmählich einen gewissen Druck verspürt, diesen riesigen Bargeldbestand gewinnbringend einzusetzen. Dies könnte ein Fall sein, in dem wir in den nächsten Monaten deutlich mehr solcher größerer Investitionen sehen werden.
Dziubinski: Rein aus Bewertungssicht betrachtet: Wie sieht es heute bei Berkshire aus? Würdest Du die Aktie immer noch als Kaufempfehlung betrachten?
Sekera: Ja, ich meine, es gibt kaum eine Value-Aktie vergleichbar einer Beteiligung an Berkshire Hathaway. Es handelt sich um eine mit 4 Sternen bewertete Aktie, die mit einem Abschlag von 7 Prozent gehandelt wird. Nun mag ein Abschlag von 7 Prozent nicht unbedingt nach viel klingen, aber man muss bedenken, dass meiner Meinung nach ein Drittel ihres Portfolios aus Barmitteln besteht. Bargeld ist immer 100 Cent pro Dollar wert. Ich sehe das also so, dass dieser Abschlag von 7 Prozent eigentlich größtenteils auf das Private-Equity-Portfolio zurückzuführen ist, das sie besitzen. Das sagt mir, dass man dieses Private-Equity-Portfolio mit einem viel größeren Abschlag erwirbt.
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