Rheinmetall-Aktie vor Quartalszahlen kaufen, verkaufen - oder ist sie fair bewertet?

Achten Sie auf den Produktionsausbau, die Margenausweitung und die Entwicklung bei den Rüstungsaufträgen.

An Rheinmetalls neuem Artilleriewerk ist ein Logo angebracht.
Julian Stratenschulte/picture alliance via Getty

Rheinmetall wird am 6. August seine Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr 2026 veröffentlichen. Hier erfahren Sie, worauf Sie laut Morningstar bei den Geschäftszahlen von Rheinmetall achten sollten und wie die Aussichten für die Aktie aussehen.

Rheinmetall RHM

Analystin: Loredana Muharremi, CFA

Termin der Veröffentlichung des Geschäftsberichts von Rheinmetall

  • Donnerstag, 6. August

Darauf sollten Anleger bei den Q2-Ergebnissen von Rheinmetall achten:

Das Wachstum von Rheinmetall im zweiten Quartal dürfte sich gegenüber dem schwachen ersten Quartal beschleunigen, gestützt durch die verspäteten Lkw- und Munitionslieferungen, höhere Produktionsvolumina sowie den ersten vollen Beitrag des Geschäftsbereichs Naval Systems. Mit den steigenden Produktionsvolumina rechnen wir im Verteidigungskerngeschäft mit einer Margenausweitung. Auf Basis der jüngsten jüngsten Ad-hoc-Meldung erwarten wir deshalb ein Ergebnis, das die Konsensschätzungen um rund 20 Prozent übertrifft. Der Cashflow wird sich mit der Auslieferung der aufgebauten Lagerbestände wahrscheinlich ebenfalls verbessern. Die Stärke der Erholung ist vor allem auf zeitliche Verschiebungen zurückzuführen; das wichtigere Signal ist, ob der Produktionshochlauf ohne Margenverwässerung oder weiteren Druck auf das Betriebskapital voranschreitet.

Die Geschäftsbereiche “Vehicle Systems” und “Weapons and Ammunition” bleiben die wichtigsten Wachstumstreiber, während für die Bereiche “Air Defence” und “Digital Systems” ein weiteres Wachstum ausgehend von einer geringeren Basis erwartet wird. Der Bereich “Naval Systems” wird zum ausgewiesenen Wachstum beitragen, doch die Stornierung des F126-Programms schwächt die kurzfristigen Aussichten und verlagert den Fokus darauf, ob Rheinmetall es gelingt, Kapazitäten umzuschichten und ein margenstärkeres Geschäftsfeld im Bereich Marine aufzubauen. Der Verlust macht zudem das bisherige Ziel für Auftragseingänge (Nominierungen) hinfällig, wenngleich die direkten Auswirkungen auf unsere langfristigen Prognosen begrenzt sind.

Die jüngsten Entwicklungen unterstreichen Rheinmetalls Expansion in schneller wachsende Geschäftsfelder. Der Auftrag für Loitering-Munitionssysteme, die geplante Raketenproduktion in Deutschland gemeinsam mit Lockheed Martin, der Ausbildungsauftrag der britischen Armee sowie Fortschritte bei Marinelasersystemen erweitern die Chancen in den Bereichen Drohnen, Raketen, digitale Systeme und gerichtete Energiewaffen. Der Verkauf der Sparte “Power Systems” vollendet zudem den Wandel hin zu einem klar auf das Verteidigungsgeschäft fokussierten Portfolio.

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