Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Rheinmetall
- : 2.380 EuroFair Value-Schätzung
- : ★★★★★Morningstar Rating
- : BreitMorningstar Economic Moat Rating
- : MittelMorningstar Uncertainty Rating
Unsere Einschätzung der Geschäftszahlen von Rheinmetall
Die Rheinmetall-Aktie RHM gab am 6. August um 3,5 Prozent nach, obwohl der Umsatz im zweiten Quartal um 69 Prozent und das operative Ergebnis um 115 Prozent angestiegen sind. Die Marge lag bei 17,1 Prozent, während Auftragszusagen in Höhe von 11,4 Milliarden Euro den Auftragsbestand auf 80,5 Milliarden Euro erhöhten.
Warum das wichtig ist: Die Ergebnisse bestätigen, dass sich der Produktionshochlauf in Umsatz- und Margenwachstum niederschlägt. Die negative Kursreaktion dürfte darauf zurückzuführen sein, dass Anleger die Visibilität der deutschen Beschaffungsvorhaben, den Zeitplan des Arminius-Programms und dessen Auswirkungen auf den Cashflow sowie die neue Struktur der Boxer-Prognose kritischer einschätzen.
- Der Cashflow lag im ersten Halbjahr bei minus 1,6 Milliarden Euro. Um eine Cash-Conversion von mehr als 40 Prozent zu erreichen, müsste Rheinmetall im zweiten Halbjahr rund 2,7 Milliarden Euro erwirtschaften. Das kann gelingen, wenn mehr als 1 Milliarde Euro aus Rumänien sowie bis zu 3,5 Milliarden Euro aus dem Arminius-Programm noch im Dezember und nicht erst im Januar eingehen.
- Das Management hat das Ziel für den Auftragsbestand von 135 Milliarden Euro auf 100 bis 120 Milliarden Euro angepasst. Hintergrund ist der Verlust von 15 Milliarden Euro durch das eingestellte F126-Programm. Die Prognose für das Arminius-Programm wurde in feste Aufträge und zwei Optionspakete aufgeteilt: Am sichersten gelten 12,4 Milliarden Euro an festen Aufträgen sowie 2 Milliarden Euro für Serviceleistungen. Die erste Option über 14 Milliarden Euro ist bislang unverbindlich, die zweite Option über 12 Milliarden Euro gilt als noch unsicherer.
In Kürze: Die Verhandlungen über Arminius werden im September abgeschlossen, mit einer Abstimmung am 9. Dezember und der Unterzeichnung des 12,4 Milliarden Euro Vertrags noch im selben Monat; die Dienstleistungen folgen Anfang 2027. Eine Anzahlung in Höhe von 3,5 Milliarden Euro wird für Ende Dezember oder Januar erwartet, ohne wirtschaftliche Auswirkungen.
Das F126-Programm reduziert den Umsatz für 2026 um 300 Millionen Euro und den zuvor angestrebten Auftragsbestand um rund 15 Milliarden Euro, doch die Nachfrage im Marinebereich bleibt stark. Das Umsatzziel von 5 Milliarden Euro im Marine-Segment für 2030 bleibt bestehen, auch wenn nun Aufträge für Ersatzfregatten, Minensuchboote und unbemannte Schiffe für das erforderliche Volumen sorgen.
Fazit: Wir behalten unsere Fair Value-Schätzung von 2.380 Euro bei. Wir halten die feste Auftragstranche plus mindestens Option 1 für sehr wahrscheinlich, angesichts der NATO-Diskussion über sieben weitere Brigaden für Deutschland und des daraus resultierenden Fahrzeugbedarfs. Option 2 bleibt eher ein Aufwärtspotenzial als eine notwendige Voraussetzung zur Untermauerung unserer Prognosen.

