Rheinmetall: Aktienkurs fällt 15 % nach Fregatten-Aus; Marktreaktion scheint übertrieben

Wir sind der Meinung, dass die Rheinmetall-Aktie deutlich unterbewertet ist.

The Rheinmetall AG logo can be seen in front of the headquarters.
Thomas Banneyer/picture alliance via Getty

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Rheinmetall

  • Fair Value-Schätzung
    : 2,380 EUR
  • Morningstar Rating
    : ★★★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Breit
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Mittel

Die Rheinmetall-Aktie RHM gab heute um rund 15 % nach, nachdem Deutschland das F126-Fregattenprogramm gestrichen hatte und damit einen der größten Bestandteile des rund 12-Milliarden-Euro-Auftragsvolumens im Marinebereich wegfiel, das das Management für 2026 angestrebt hatte.

Warum das wichtig ist: Ein Kursrückgang von 15 % deutet auf einen Wertverlust hin, der den mit dem Programm verbundenen wirtschaftlichen Wert bei weitem übersteigt. Der Schritt der Bundesregierung verstärkt bestehende pessimistische Narrative über Rheinmetalls Auftragsumsetzung, sowie den Beschaffungszeitplan.

  • Der Verlust des F126-Programms ist für Rheinmetalls Zielsetzung von 80 Milliarden Euro an Marineaufträgen bis 2026 relevanter als für sein langfristiges Investitionspotenzial. Das Programm machte einen bedeutenden Anteil des für dieses Jahr erwarteten Auftragseingangs im Marinebereich aus, trug jedoch nur in bescheidenem Maße zum Umsatz- und Wertschöpfungspotenzial des Unternehmens bis 2030 bei.
  • Das Management hatte F126 zuvor als Teil von Marineaufträgen im Umfang von rund 10–12 Mrd. EUR identifiziert, die sich über einen Zeitraum von 10 Jahren erstrecken sollten; dies hätte bei vollständiger Umsetzung einen Jahresumsatz von etwa 1–1,2 Mrd. EUR bedeutet, was etwa 2 % des von Rheinmetall für 2030 angestrebten Umsatzes entspricht.

Fazit: Wir behalten unsere Fair Value-Schätzung von 2.380 EUR bei. Die Streichung ist für die kurzfristigen Erwartungen hinsichtlich der Auftragsvergabe relevanter als für seinen eigentlichen Wert. Zwar schwächt sie kurzfristig das Narrativ im Marineschiffbau, doch war das F126-Programm nie zentral für das langfristige Investitionsargument von Rheinmetall, und seine Streichung beseitigt eine Quelle des Ausführungsrisikos.

  • Fregattenprogramme sind komplexe, langwierige Projekte mit hohem Ausführungs- und Kostenüberschreitungsrisiko. Angesichts der Verzögerungen und steigenden Kosten bei F126 sowie der im Vergleich zu den Kerngeschäften von Rheinmetall deutlich geringeren Margen im Marineschiffbau liegt der Wertverlust deutlich unter dem nominellen Auftragswert.

Anmerkung des Redakteurs: Diese Analyse wurde ursprünglich als Aktienkommentar von Morningstar Equity Research veröffentlicht.

Der Autor/Autorin oder die Autoren besitzen keine Aktien der in diesem Artikel erwähnten Wertpapiere. Informieren Sie sich hier Redaktions-Richtlinien von Morningstar.