Das Wichtigste in Kürze:
- Die Mehrheit der DAX-Konzerne erhöht ihre Dividende: 27 Unternehmen planen höhere Ausschüttungen, während vier diese kürzen und eines keine Dividende zahlt.
- Banken und Rüstungswerte führen das Feld an: Commerzbank, Deutsche Bank und Rheinmetall verzeichnen die stärksten prozentualen Anhebungen.
- Autobauer sind unter Druck: Mercedes-Benz, Volkswagen und Porsche Holding senken ihre Dividenden deutlich.
Für Aktionäre der 40 deutschen DAX-Konzerne dürfte die diesjährige Dividendensaison positiv ausfallen. Laut den aktuellen Planungen werden 27 Unternehmen ihre Dividende erhöhen, sieben die Dividende unverändert lassen und vier kürzen. Ein Konzern – Zalando ZAL – zahlt keine Dividende, und Qiagen QIA ist recht neu unter den Dividendenzahlern, sodass ein Vorjahresvergleich nicht möglich ist. Damit steigern rund 68 % der DAX-Unternehmen ihre Dividende – ein Zeichen für robuste Kapitalrückflüsse an Aktionäre.
Das Gros der Dividendenzahlungen der DAX-Konzerne entfällt auf April und Mai
DAX-Konzerne zahlen ihre Dividende in der Regel einmal jährlich, basierend auf dem Dividendenvorschlag des Vorstands, der gemeinsam mit den Geschäftszahlen veröffentlicht wird. Formal beschlossen wird die Ausschüttung auf der Hauptversammlung, die bei den meisten Konzernen im April oder Mai stattfindet. Erst ein bis zwei Börsentage danach erfolgt die Ausschüttung an die Aktionäre. Die für diesen Artikel zusammengestellten Daten können sich daher noch ändern.
Lediglich Siemens AG SIE, Siemens Energy ENR, Siemens Healthineers SHL sowie Infineon IFX haben ihre Dividenden bereits im Februar ausgeschüttet. Bei allen anderen DAX-Konzernen folgen die Zahlungen nach Ostern.
Banken und Rüstungskonzerne erhöhen Dividende am stärksten
Unter den Blue Chips, die ihre Dividenden für 2026 erhöhen, verzeichnen elf einen Anstieg von mindestens 10 %, vier davon über 50 %. Dabei liegen Banken und Rüstungsunternehmen ganz vorne.
So erhöht die Commerzbank CBK, die derzeit unter Übernahmedruck steht, ihre Dividende um knapp 70 % auf 1,10 Euro je Aktie.„Wir wollen den Anteil der Dividende an der Kapitalrückgabe in Zukunft weiter steigern und die Commerzbank somit auch als attraktiven Dividendentitel fest am Markt etablieren”, sagte Finanzvorstand Carsten Schmitt bei der Vorstellung des Jahresergebnisses im Februar.
An zweiter Stelle steht MTU Aero Engines MTX, Hersteller von Triebwerken für die zivile und militärische Luftfahrt. Sofern die Aktionäre zustimmen, soll im Mai eine Dividende von 3,50 Euro je Aktie gezahlt werden – rund 60 % mehr als 2025.
Auf Platz drei liegt die Deutsche Bank DBK mit einem Vorschlag von 1,00 Euro je Aktie, ein Anstieg um rund 47 % gegenüber dem Vorjahr (0,68 Euro). Der Rüstungskonzern Rheinmetall RHM plant eine Anhebung um 42 % auf 11,50 Euro je Aktie.
Auch Hannover Rück und Münchener Rück liegen mit +39 % bzw. +20 % im oberen Drittel der Erhöhungen. Allianz (+11 %) und Deutsche Börse (+5 %) verzeichnen ebenfalls moderate Steigerungen. Alle vier gehören ebenfalls zum Finanzsektor.
Automobilkonzerne müssen Dividenden kürzen
Auf der anderen Seite des Spektrums liegen die Autohersteller. Mercedes-Benz MBG senkt die Dividende um 18,6 % auf 3,50 Euro von zuvor 4,30 Euro je Aktie. Auch Volkswagen VOW3 schlägt eine Kürzung um 17,3 % auf 5,26 Euro für die Vorzugsaktien vor, und Aktionäre der Porsche Holding PAH erhalten knapp 21 % weniger als in 2025.
Ein Sonderfall ist der Diagnostikspezialist Qiagen. Das Unternehmen führte 2025 erstmals eine jährliche Dividende ein und schüttete rund 54 Mio. US-Dollar aus, ergänzt durch einen synthetischen Aktienrückkauf über rund 300 Mio. US-Dollar. Für 2026 prüft das Unternehmen eine leichte Erhöhung der Dividende sowie neue Rückkaufprogramme. Vergleichszahlen sind daher nur eingeschränkt aussagekräftig.
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