Unterbewertete Schweizer Aktien

Diese Schweizer Aktien sind laut Morningstar-Analysten derzeit unterbewertet.

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  • 13 von 35 beobachteten Schweizer Aktien werden unter ihrem fairen Wert gehandelt.
  • Allein vier unterbewertete Titel sind aus dem Gesundheitssektor, gefolgt von drei Aktien aus dem Industriesektor.
  • Nur eine der 13 Aktien verfügt über keinen wirtschaftlichen Burggraben.

Dreizehn der 35 von Morningstar beobachteten Schweizer Valoren notieren derzeit unter ihrem geschätzten fairen Wert. Aus Sicht der Morningstar-Aktienanalysten bieten sie damit langfristiges Aufwärtspotenzial.

Die folgenden 13 Titel tragen per 24. April 2026 ein 4-Sterne-Rating:

  1. Adecco Group ADEN
  2. Flughafen Zürich FHZN
  3. Nestlé NESN
  4. Schindler Holding SCHN
  5. Siegfried Holding SFZN
  6. The Swatch Group UHR
  7. Sonova SOON
  8. Barry Callebaut BARN
  9. Straumann Holding STMN
  10. Givaudan GIVN
  11. Avolta AVOL
  12. Partners Group PGHN
  13. Roche ROP

Keine Aktie notiert zurzeit im 5-Sterne-Bereich.

Der Morningstar Switzerland Index hat seit Jahresbeginn 1,83 % zugelegt, nachdem die durch den Iran-Krieg verursachten Verluste im März teilweise aufgeholt wurden. Angeführt wurden die Gewinne vom Industriesektor und von Kommunikations-Dienstleistungen, die seit Jahresbeginn 20,41 % bzw. 16,45 % zulegten. Allein ABB gewann seit Jahresauftakt 33 % und trägt damit knapp 13 Prozentpunkte zum Plus des Morningstar Index bei.

Auf der Verliererseite stehen zyklische und defensive Konsumgüter, die 19,1 % bzw. 14,9 % abgaben. Der größte Bremsklotz für die Indexentwicklung ist allerdings mit der UBS eine Bank, die seit Jahresauftakt knapp 17 % verlor und damit den Index um 1,16 Prozentpunkte drückte.

Unterbewertete Schweizer Aktien: Die Methodik

Morningstar bewertet Aktien auf Basis fundamentaler Analysen. Jede Aktie erhält ein Sterne-Rating – je nachdem, ob sie als über- oder unterbewertet gilt. Papiere mit 4 oder 5 Sternen gelten als unterbewertet, während Aktien mit 1 oder 2 Sternen als überbewertet eingestuft werden.

Ein Kurs-/Fair-Value-Verhältnis von 1 bedeutet, dass das Unternehmen fair bewertet ist, während ein Wert um 2 bedeutet, dass es doppelt so hoch bewertet ist wie der faire Wert, die Aktie somit also überbewertet ist. Überbewertete Aktien bieten aus Sicht der Analysten eine unterdurchschnittliche erwartete Rendite, während unterbewertete Titel ein entsprechend höheres Renditepotenzial aufweisen.

Das Sterne-Rating für Aktien wird bei Marktschluss börsentäglich neu berechnet. Das Kurs-/Fair-Value-Verhältnis einer Aktie wird also fortlaufend aktualisiert.

Das Ratingsystem von Morningstar berücksichtigt auch eine Unsicherheitsanpassung. Dieses Rating wird als Fair Value Uncertainty Rating bezeichnet und beurteilt, wie volatil die Gewinne oder Cashflows in den nächsten fünf bis zehn Jahren wahrscheinlich sein werden. Dabei handelt es sich um eine „Risikobewertung“ einer Aktie.

13 unterbewertete Schweizer Aktien

Adecco Group ADEN

“Die positive Dynamik bei der Nachfrage nach Arbeitskräften, die sich in Adeccos organischem Umsatz- und EBITA-Margenwachstum im dritten Quartal in Folge zeigt, bestärkt uns in unserer Überzeugung, dass die makroökonomische Schwäche nachlässt. “

Analyst: Ben Slupecki, CFA

Flughafen Zürich FHZN

“Wir nehmen die Coverage vom Flughafen Zürich auf. Unsere Fair Value-Schätzung für den Flughafen Zürich liegt bei 280 CHF pro Aktie. Wir vergeben ein Economic Moat Rating von “breit”, gestützt auf effiziente Skaleneffekte und immaterielle Vermögenswerte.”

Analyst: Jack Fletcher-Price

Nestlé NESN

“Nestlé erzielte im ersten Quartal ein organisches Umsatzwachstum von 3,5 %, das sich aus einem Absatzwachstum von 1,2 % und Preissteigerungen von 2,3 % zusammensetzte. Auch wenn sich das Wachstum im Vergleich zum Vorquartal verlangsamte, ist das Ergebnis solide, insbesondere angesichts der in diesem Zeitraum aufgetretenen Lieferengpässe bei Säuglingsnahrung. Die Aktien legten zu Handelsbeginn am 23. April um 7 % zu.”

Analystin: Diana Radu, CFA

Schindler Holding SCHN

“Das Quartal bestätigt unsere Kernthese. Die Margenausweitung hält an, die Modernisierung schreitet erstmals in allen Regionen gleichzeitig voran, und die Auftragseingänge für neue Anlagen stiegen – ohne China – zweistellig und lagen damit über den Erwartungen, da die Erholung der europäischen Bauwirtschaft an Fahrt gewinnt. Wir behalten unser Morningstar Economic Moat Rating von “Wide” und unsere Fair-Value-Schätzung von 275 CHF bei. Die Aktien erscheinen fair bewertet. An unserer These ändert sich nichts: Nachlassende Gegenwinde bei Neugeräten und in China, eine beschleunigte Modernisierungsnachfrage und eine anhaltende Margenausweitung auf 14 % bis 2029 lassen das Investitionsargument unverändert bestehen.”

Analyst: Joachim Kotze, CFA

Siegfried Holding SFZN

“Die Aussichten für Siegfried sind vielversprechend, zumal die Arzneimittelherstellung immer komplexer wird und Zell- und Gentherapien einen immer größeren Anteil am Gesamtportfolio einnehmen. Im Mai 2023 erwarb Siegfried eine Mehrheitsbeteiligung von 95 % an Dinamiqs, einem Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung viraler Vektoren für Zell- und Gentherapien spezialisiert hat. Durch die Eröffnung einer neuen Produktionsstätte für virale Vektoren im Jahr 2025 gelang es Siegfried, die Kapazitäten von Dinamiqs auf kommerziellen Maßstab zu bringen. Siegfried hat sich darauf konzentriert, seine Produktionskapazitäten auszubauen, um neue Aufträge im schnell wachsenden Markt für Zell- und Geneditierungs-Therapien zu gewinnen.”

Analystin: Rachel Elfman

The Swatch Group UHR

“Wir sind der Ansicht, dass der Markt die Aktie aufgrund ihres China-Engagements und ihrer im Vergleich zu anderen Luxusunternehmen höheren Zyklizität übermäßig abstraft. Die vertikale Integration verstärkt die Gewinnschwankungen durch Auslastungs-Effekte, was wir jedoch eher als zyklisches Problem denn als fundamentales Risiko betrachten.”

Analystin: Jelena Sokolova, CFA

Sonova SOON

“Sonova plant, sein Geschäft mit Hörgeräten für Endverbraucher zu veräußern, um sich stärker auf Hörgeräte und Cochlea-Implantate zu konzentrieren. Zudem richtet das Unternehmen seinen Fokus verstärkt auf Asien, um von den günstigen demografischen Entwicklungen zu profitieren – beides sind unserer Ansicht nach strategisch sinnvolle Schritte.”

Analyst: Max Jousma

Barry Callebaut BARN

“Wir sind der Ansicht, dass Barry Callebaut gut aufgestellt ist, um von einem sich normalisierenden Kakaopreisumfeld zu profitieren. Als weltweit führender Hersteller von „Bean-to-Bar“-Schokolade verfügt das Unternehmen über unübertroffene Kapazitäten, um die sich erholende Nachfrage zu bedienen, sowie über langjährige Partnerschaften mit den weltweit führenden Konsumgüterherstellern.”

Analystin: Diana Radu, CFA

Straumann Holding STMN

“Wir halten an unserer Schätzung des fairen Werts von 110 CHF für das Unternehmen Straumann mit schmalem Burggraben fest. Unsere Prognosen für 2026 sehen einen Umsatz von 2,75 Milliarden CHF vor, was einem organischen Wachstum von 7,5 % entspricht, sowie ein Kern-EBIT von 700 Millionen CHF, was einem leichten Anstieg gegenüber dem Vorjahr entspricht. Beide Werte scheinen im Einklang mit der Prognose zu stehen.”

Analyst: Keonhee Kim

Givaudan GIVN

“Die Wachstumsraten von Givaudan haben sich im vergangenen Jahr verlangsamt, was auf die gedämpfte Konsumentenstimmung zurückzuführen ist, und der Konflikt im Nahen Osten sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Dennoch sind wir der Ansicht, dass Givaudan weiterhin gut diversifiziert ist, da rund 50 % des Umsatzes aus den wachstumsstärkeren Schwellenländern stammen.”

Analystin: Diana Radu, CFA

Avolta AVOL

“Avolta setzte seine solide Entwicklung fort und bekräftigte seine mittelfristige Prognose, wonach ein organisches Wachstum von 5 % bis 7 % sowie eine Margenausweitung um 20 bis 40 Basispunkte angestrebt werden. Das Unternehmen profitiert von einer robusten strukturellen Reisennachfrage, und seine Größe verschafft ihm Vorteile bei der Akquise und dem Erhalt von Konzessionen.”

Analystin: Jelena Sokolova, CFA

Partners Group PGHN

“Wir gehen davon aus, dass Anleger weiterhin einen größeren Teil ihres Vermögens in private Märkte investieren werden. Höhere historische Renditen und Portfoliodiversifizierung sind die wichtigsten Anreize. Gleichzeitig möchten Limited-Partner-Anleger die Anzahl der Fonds, in die sie investieren, reduzieren. Die One-Stop-Shop-Lösung der Partners Group versetzt sie in eine gute Position, um ihren Marktanteil während dieser Branchenkonsolidierung zu steigern.”

Analyst: Johann Scholtz, CFA

Roche ROP

“Wir haben unsere Schätzungen des fairen Wertes für das Unternehmen Roche mit starkem Wettbewerbsvorteil von 364 CHF/57 USD auf 381 CHF/60 USD angehoben, nachdem wir unsere langfristigen Umsatzprognosen für Giredestrant nach oben korrigiert haben. Die vorrangige Prüfung durch die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) im Bereich des Brustkrebses im Frühstadium sowie der deutliche Vorsprung gegenüber der Konkurrenz stimmen uns zuversichtlich.”

Analystin: Karen Andersen, CFA

Der Autor/Autorin oder die Autoren besitzen keine Aktien der in diesem Artikel erwähnten Wertpapiere. Informieren Sie sich hier Redaktions-Richtlinien von Morningstar.