Wichtige Morningstar-Kennzahlen für die Commerzbank
- : 31,60 EURFair Value-Schätzung
- : ★★Morningstar Rating
- : KeinesMorningstar Economic Moat Rating
- : HochMorningstar Uncertainty Rating
Unsere Einschätzung der Ergebnisse der Commerzbank
Die Commerzbank CBK hat gute Ergebnisse für das erste Quartal vorgelegt und gleichzeitig eine Reihe ehrgeiziger Ziele bis 2030 bekannt gegeben, um den Übernahmeversuch von UniCredit abzuwehren.
Warum das wichtig ist: UniCredit hat einen Anteil von fast 30 % an der Commerzbank aufgebaut und ein Angebot unterbreitet, eine Commerzbank-Aktie gegen 0,485 UniCredit-Aktien zu erwerben. Dies entspricht einem Preis von rund EUR 34 pro Aktie, was leicht unter dem aktuellen Kurs der Commerzbank liegt.
- Die Commerzbank hob ihre Prognose für das Nettoergebnis 2026 von zuvor über EUR 3,2 Mrd. auf mindestens EUR 3,4 Mrd. an und setzte sich ehrgeizige Ziele für 2030. Die Bank hofft, bis 2030 eine Eigenkapitalrendite von 21 % zu erreichen, getragen vom Wachstum des Zinsüberschusses und Effizienzsteigerungen.
Fazit: Wir heben unsere Fair Value-Schätzung von 28,40 EUR pro Aktie auf 31,60 EUR pro Aktie an. Wir haben unsere Annahmen zur kurz- und mittelfristigen Nettozinsmarge angehoben, da wir nun einen größeren Beitrag des Replikationsportfolios erwarten. Zudem gehen wir davon aus, dass Personalabbau die Kosten in Schach halten wird.
- Unser „No Moat“-Rating bleibt unverändert. Die Rückkehr der Commerzbank in die Gewinnzone ist bemerkenswert, doch fällt es uns schwer, einen strukturellen Wettbewerbsvorteil im Bankgeschäft der Commerzbank zu erkennen, der einem der wettbewerbsintensivsten Bankenmärkte Europas – Deutschland – standhalten kann.
- Obwohl wir unsere Annahmen angehoben haben, können wir die Lücke zu den Zielen der Commerzbank für 2030 nicht schließen. Die Commerzbank glaubt, dass sie zu einer der profitabelsten Banken Europas werden kann, obwohl sie in einem Markt tätig ist, den wir als wettbewerbsintensiv und mit begrenzten Überschussmöglichkeiten einschätzen.
Langfristige Perspektive: Die Aktionäre der Commerzbank profitieren eindeutig von der beeindruckenden Trendwende der Bank, doch wir machen uns zunehmend Sorgen, dass der Übernahmeversuch von UniCredit den Fokus auf das Kerngeschäft verwässert. Die ehrgeizigen Ziele werfen die Frage auf, ob die Commerzbank in ihrem Bestreben, unabhängig zu bleiben, mehr Fett abbaut, als gesund ist.

