Apple veröffentlichte am 30. Juli seinen Geschäftsbericht für das dritte Quartal. Hier ist die Einschätzung von Morningstar zu den Geschäftszahlen und der Aktie von Apple.
Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Apple
- : 285,00 USDFair Value-Schätzung
- : ★★★Morningstar Rating
- : BreitMorningstar Economic Moat Rating
- : MittelMorningstar Uncertainty Rating
Was wir von den Apple-Zahlen für das dritte Quartal halten
Die Ergebnisse von Apple für das Juni-Quartal fielen stark aus. Herauszuheben sind insbesondere der Gesamtumsatz, der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 109,4 Milliarden USD stieg, sowie ein Wachstum des iPhone-Umsatzes um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Prognose für September wird belastet durch eine Kombination aus Lieferengpässen, steigenden Speicherpreisen und ungünstigen Wechselkursentwicklungen.
Warum das wichtig ist: Das iPhone 17 profitiert weiterhin von einer enormen Nachfrage, ebenso das MacBook Neo. Wir gehen davon aus, dass Lieferengpässe und steigende Speicherpreise die Ergebnisse bis einschließlich 2027 belasten, erwarten jedoch, dass die jüngsten Preiserhöhungen von Apple dazu beitragen, die Auswirkungen abzumildern.
- Wir gehen davon aus, dass es im Septemberquartal und im Geschäftsjahr 2027 aufgrund von Lieferengpässen – die in erster Linie auf die weltweit angespannte Chip-Versorgungslage angesichts der Nachfrage im Bereich Künstlicher Intelligenz zurückzuführen sind – zu einem Wachstumsrückgang von etwa 3 Prozent kommen wird. Die Nachfrage bleibt weiterhin stark, und wir erwarten nach wie vor, dass Apple trotz dieser Engpässe ein solides Wachstum verzeichnen wird.
- Bereinigt um Zollrückerstattungen sank die Produktbruttomarge im Juni im Vergleich zum Vormonat aufgrund der Preissteigerungen bei Speicherbausteinen um 230 Basispunkte, und wir rechnen für September mit einem weiteren Rückgang um 250 Basispunkte. Wir erwarten, dass die Preisgestaltung die Auswirkungen der Preissteigerungen bei Speichern ab September abmildern wird, rechnen jedoch für das Jahr 2027 weiterhin mit einem negativen Einfluss von 200 Basispunkten.
Fazit: Wir senken unsere Fair Value-Schätzung für das Unternehmen mit seinem breiten Econoimic Moat von 290 USD auf 285 USD, um den kurzfristigen Lieferengpässen und dem Kostendruck bei Speicherbausteinen Rechnung zu tragen.
- Wir rechnen für 2027 weiterhin mit einem zweistelligen Wachstum, das vor allem durch Preiserhöhungen getragen wird. Im Juni stiegen die Preise um 15 Prozent bis 25 Prozent, und im Herbst ist im Zuge der Einführung neuer Produkte eine weitere Preiserhöhung möglich. Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Inflationsbelastung bei Speicherbausteinen teilweise auszugleichen, während Apple einen Teil der Belastungen bei der Bruttomarge abfedert.
- Für 2028 erwarten wir eine Entspannung sowohl bei den Lieferengpässen als auch bei der Rentabilität durch eine Ausweitung des Angebots, insbesondere bei Speicherchips. Langfristig sind wir der Ansicht, dass sich die Preiserhöhungen von Apple positiv auf die Margen auswirken, sobald sich die Speicherchip-Preise wieder normalisieren.
- Wir halten die Apple-Aktie für leicht überbewertet. Der Kurs spiegelt nach wie vor einen gewissen Optimismus hinsichtlich der KI wider, der sich unserer Ansicht nach jedoch nicht in den fundamentalen Absatzzahlen niederschlagen wird.
Im Folgenden finden Sie Auszüge aus dem Unternehmensbericht von Morningstar über Apple.
Fair Value-Schätzung
Apple’s Fair Value-Schätzung von 285 USD pro Aktie impliziert für das Geschäftsjahr 2026 ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 32, ein Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz von 8 sowie eine Free-Cashflow-Rendite von 3 Prozent. Wir prognostizieren für Apple bis zum Geschäftsjahr 2030 ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 9 Prozent. Das iPhone wird im Verlauf unserer Prognosezeit den größten Beitrag zum Umsatz leisten, und wir erwarten für die nächsten fünf Jahre ein Wachstum des iPhone-Umsatzes von 10 Prozent, einschließlich eines hervorragenden Wachstums von über 20 Prozent im Geschäftsjahr 2026. Wir prognostizieren, dass die Bruttomargen im Geschäftsjahr 2030 auf über 50 Prozent steigen werden, ausgehend von 47 Prozent im Geschäftsjahr 2025.
Wir erwarten, dass Apple durch einen höheren Anteil an margenstarken Hardwareprodukten, wie beispielsweise den iPhone-Pro-Modellen, sowie durch Dienstleistungen eine Margenausweitung erzielt. Kurzfristig sehen wir einen leichten Margendruck aufgrund steigender Speicherpreise, erwarten jedoch, dass Apple diese Herausforderungen weiterhin gut meistert und solide Margen aufrechterhält. Wir beobachten im Geschäftsjahr 2026 ein robustes Wachstum im Bereich Forschung und Entwicklung, was unserer Einschätzung nach darauf hindeutet, dass Apple seine internen Investitionen in KI und KI-basierte Geräte für die Zukunft verstärkt.
Erfahren Sie mehr über Apples Fair Value-Schätzung.
Economic Moat Rating
Wir schreiben Apple einen breiten Economic Moat zu, der sich aus den Wechselkosten für Kunden, immateriellen Vermögenswerten und einem Netzwerkeffekt ergibt. Unserer Ansicht nach erstreckt sich das iOS-Ökosystem von Apple tiefgreifend und schwer lösbar in die Geldbörsen der Kunden hinein und bindet die Kunden durch Softwarefunktionen und die Integration in unterschiedliche Geräte wie iPhone, Mac, iPad, Apple Watch und andere. Wir erkennen bei Apple zudem eine immense Designkompetenz, die sich am eindrucksvollsten in der tiefgreifenden Integration von Hardware, Software und Halbleitern zeigt, um Produkte der Spitzenklasse zu schaffen.
Schließlich erkennen wir einen positiven Kreislauf zwischen Apples wohlhabendem Kundenstamm und dem umfangreichen Ökosystem aus Entwicklerpartnern. Diese Wettbewerbsvorteile führen zu einer hohen Rentabilität und einer hohen Kapitalrendite. Unserer Ansicht nach ist es sehr wahrscheinlich, dass Apple diese Wettbewerbsvorteile in den nächsten 20 Jahren in anhaltende wirtschaftliche Gewinne ummünzt.
Erfahren Sie mehr über Apples Economic Moat.
Finanzielle Stärke
Wir gehen davon aus, dass Apple seinen immensen Cashflow vorrangig dazu nutzen wird, Kapital an die Aktionäre zurückzuführen und gleichzeitig seine Nettoverschuldung mittelfristig zu erhöhen. Apple verfügt über eine hervorragende Bilanz mit einer Netto-Cash-Position von 34 Milliarden USD (Stand: September 2025). Das Management hat sich zum Ziel gesetzt, langfristig Cash-neutral zu werden, ohne jedoch einen konkreten Zeitplan festzulegen. Nach unseren Modellrechnungen wird das Unternehmen dieses Ziel gegen Ende des Jahrzehnts erreichen.
Apple ergänzt seine solide Bilanz durch einen beeindruckenden Cashflow. In den letzten fünf Jahren hat das Unternehmen im Durchschnitt jährlich einen freien Cashflow von mehr als 100 Milliarden USD erwirtschaftet, und wir prognostizieren für den Prognosezeitraum ein deutliches Wachstum des freien Cashflows. Seit 2020 hat dieser Cashflow eine durchschnittliche freie Cashflow-Marge von mehr als 25 Prozent erzielt, und Apple hat mehr als 100 Prozent seines Jahresüberschusses in freien Cashflow umgewandelt. Wir gehen davon aus, dass das Unternehmen diese Zahlen auch im Rahmen unserer Fünfjahresprognose erreichen wird.
Erfahren Sie mehr über die Finanzkraft von Apple.
Risiko und Unsicherheit
Wir stufen Apple mit einem mittleren Unsicherheitsgrad ein. Als größtes Risiko des Unternehmens betrachten wir dessen Abhängigkeit von den Konsumausgaben, die durch starken Wettbewerb und zyklischen Konsum gekennzeichnet sind. Das iPhone ist durch ein neues Gerät oder eine „Super-App“ vom Thron zu stoßen. Wir sind jedoch der Ansicht, dass sich das Unternehmen gegen dieses Risiko wappnet, indem es neue Formfaktoren (wie eine Uhr und ein Augmented-Reality-Headset) einführt und zusätzlich zur Hardware ein Ökosystem aus Software und Dienstleistungen vertreibt. Darüber hinaus sehen wir geopolitische Risiken, die sich aus der Lieferkette von Apple ergeben. Das Unternehmen ist bei der Montage stark von Foxconn und bei der Chip-Produktion von Taiwan Semiconductor abhängig. Bei einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China oder bei einer Bedrohung Taiwans durch China droht Apple ein schwerer Einbruch bei seiner Versorgung.
Apple sieht sich zudem einer behördlichen Überprüfung ausgesetzt. Die Europäische Union hat Vorschriften erlassen, die Apple dazu verpflichten, App-Stores von Drittanbietern anzubieten, offene Messaging-Standards zu übernehmen und den Zugang zu Reparaturmaterialien für Dritte nicht zu behindern. Ebenso laufen in den USA Kartellverfahren, die sich auf Apples „Walled-Garden“-Ökosystem auswirken. All das trägt dazu bei, die Differenzierung des Unternehmens zu untergraben, doch wir sind der Ansicht, dass das Unternehmen dies durch die Schaffung neuer Anreize für Kunden, wie beispielsweise neue Dienste und Geräte, ausgleicht. Schließlich sehen wir für Apple ein geringes Risiko in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Das Unternehmen hat sich zur vollständigen CO₂-Neutralität bis 2030 verpflichtet, und wir gehen davon aus, dass es dieses Ziel erreichen wird. Der potenzielle künftige Verlust talentierter Mitarbeiter könnte in diesem Zusammenhang ein weiteres Risiko darstellen.
Erfahren Sie mehr über die Risiken und Unsicherheiten bei Apple.
AAPL-Bullen sagen
- Apple bietet ein umfangreiches Ökosystem aus eng integrierter Hardware, Software und Diensten, das Kunden an das Unternehmen bindet und für eine hohe Rentabilität sorgt.
- Wir begrüßen Apples Umstellung auf die eigene Chipentwicklung, die unserer Ansicht nach die Produktentwicklung des Unternehmens beschleunigt und dessen Alleinstellungsmerkmale gestärkt hat.
- Apple verfügt über eine hervorragende Bilanz und schüttet einen beträchtlichen Cashflow an die Aktionäre aus.
AAPL-Bullen sagen
- Apple ist von den Konsumausgaben und Präferenzen der Verbraucher abhängig, was zu zyklischen Schwankungen führt und das Unternehmen anfällig für disruptive Entwicklungen macht.
- Apples Lieferkette konzentriert sich stark auf China und Taiwan, was das Unternehmen geopolitischen Risiken aussetzt. Versuche, die Lieferkette auf andere Regionen zu diversifizieren, beeinträchtigen möglicherweise die Rentabilität oder Effizienz.
- Die Aufsichtsbehörden beobachten Apple sehr genau, und die jüngsten Vorschriften haben Teile des geschlossenen Ökosystems von Apple untergraben.
Dieser Artikel wurde von Irza Waraich zusammengestellt.

