UBS: Unsere Einschätzung zur Aktie nach den Quartalszahlen

Wir sind der Ansicht, dass die Aktie der UBS Group fair bewertet ist.

UBS Logo an einem Firmengebäude
Jeremy Moeller via Getty

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für die UBS Group

  • Fair Value-Schätzung
    : 40 CHF
  • Morningstar Rating
    : ★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Schmal
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Hoch

Unsere Einschätzung der Ergebnisse der UBS Group

Ein Anstieg des Aktienhandels um 53 Prozent und ein Wachstum der Transaktionserlöse im Vermögensverwaltungsgeschäft um 22 Prozent ließen den bereinigten Gewinn vor Steuern der UBS im zweiten Quartal um 12 Prozent über den Konsensprognosen steigen. Die Debatte hat sich weg von der Kapitalausstattung und der Integration der Credit Suisse hin zur Frage der langfristigen Ertragskraft verlagert.

Warum das wichtig ist: Da sich die Integration in der Endphase befindet und die Kosteneinsparungen weitgehend realisiert sind, erwarten wir eine Normalisierung des Kostenwachstums. Die Entwicklung der Erträge rückt nun in den Fokus. Die Erträge aus dem Investmentbanking und transaktionsabhängigen Geschäften trugen 2023 rund 30 Prozent zum Umsatz der UBS bei, inzwischen sind es 38 Prozent.

  • Die Erträge aus dem Investmentbanking und den Transaktionsgeschäften schwanken mit der Marktstimmung. Investoren neigen dazu, für diese volatilen Ertragsquellen einen niedrigeren Multiplikator zu zahlen als für wiederkehrende Vermögensverwaltungsgebühren oder das Schweizer Privat- und Firmenkundengeschäft
  • Unsere Analyse zeigt, dass die Margen bei den wiederkehrenden Gebühreneinnahmen im Wealth Management zurückgehen – insbesondere in der EMEA-Region und in der Schweiz. Sollten sich die volatilen Erträge wieder normalisieren, erschwert diese Margenerosion es, dass die wiederkehrenden Gebühreneinnahmen den Rückgang der schwankungsanfälligen Erlöse ausgleichen.

Fazit: Wir behalten unsere Fair Value-Schätzung von 40 CHF für die UBS bei. Wir betrachten die Aktie als fair bewertet.

  • Ein starkes erstes Halbjahr, das über den Erwartungen liegt, dürfte zu Gewinnanhebungen führen. Wir nehmen jedoch eine konservativere Haltung ein: Da die Kosteneinsparungen auslaufen, bieten die zyklischen Geschäftsbereiche, die die Ergebnisse bisher getragen haben, eine geringere Visibilität für die künftige Gewinnentwicklung.

Ausblick: Das Negativszenario für das Kapital entspricht im Wesentlichen den aktuellen Vorschlägen des Schweizer Bundesrats. Wir gehen davon aus, dass diese weitgehend eingepreist sind. Änderungen im Parlament würden das Paket lediglich abschwächen, was ein potenzielles Aufwärtsrisiko für die Aktie darstellen würde. Überschüssiges Kapital absorbiert den größten Teil des Anstiegs, und die Kapitalgenerierung deckt den Rest ab.

Die Pessimisten argumentieren: Eine Normalisierung der volatilen Erträge auf ihr Niveau von 2023 würde das Vorsteuerergebnis selbst nach Ausgleich durch variable Vergütungen um rund 13 Prozent senken. Das würde die Eigenkapitalrendite auf das harte Kernkapital (CET1) von derzeit 17 Prozent auf 15 Prozent drücken.

Anmerkung des Redakteurs: Diese Analyse wurde ursprünglich als Aktienkommentar von Morningstar Equity Research veröffentlicht.

Der Autor/Autorin oder die Autoren besitzen keine Aktien der in diesem Artikel erwähnten Wertpapiere. Informieren Sie sich hier Redaktions-Richtlinien von Morningstar.