Lufthansa: Unsere Einschätzung zur Aktie nach den Quartalszahlen

Wir sind der Ansicht, dass die Aktie der Lufthansa Group fair bewertet ist.

Das Logo der Fluggesellschaft Lufthansa ist auf einer Boeing 777 zu sehen.
Silas Stein/picture alliance via Getty

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für die Lufthansa Group

  • Fair Value-Schätzung
    : 8,30 EUR
  • Morningstar Rating
    : ★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Keins
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Hoch

Was wir von den Lufthansa-Zahlen halten

Das bereinigte EBIT der Lufthansa sank im zweiten Quartal um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro und lag damit 4 Prozent unter den Konsensschätzungen, da Treibstoffkosten und Streiks die höheren Flugpreise überkompensierten. Das Management hat seine Gewinnprognose von „deutlich über dem Niveau von 2025“ auf 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro gesenkt. Die Prognose für den bereinigten Free Cashflow bleibt hingegen bei 900 Millionen Euro unverändert.

Warum das wichtig ist: Viele Flugtickets für das zweite Quartal wurden vor dem Treibstoffschock verkauft, was die Erholung der Flugpreise begrenzte, während Streiks und Kapazitätskürzungen dazu führten, dass sich die Fixkosten auf weniger Sitzplätze verteilten. In der zweiten Jahreshälfte wird man auf neuere, höherpreisige Buchungen angewiesen sein, um die geringeren Auslastungsraten auszugleichen.

  • Der Rückgang bei den Netzwerk-Fluggesellschaften war vor allem auf zusätzliche Treibstoffkosten in Höhe von 600 Millionen Euro sowie Streiks zurückzuführen. ITA war operativ profitabel, der ausgewiesene Verlust war fast ausschließlich währungsbedingt, während der Anstieg der zugrunde liegenden Stückkosten nach Bereinigung um die geringere Kapazität begrenzt blieb.
  • Euroowings lag in etwa bei der Gewinnschwelle, da höhere Flugpreise durch Treibstoff-, Wartungs- und Einführungskosten für die Boeing 737 aufgezehrt wurden. Der Verlust von 37 Millionen Euro ist hauptsächlich auf SunExpress zurückzuführen, wo Lufthansa das geplante Wachstum drosselt, um die Rentabilität zu sichern.

Ausblick: Das Management schätzt, dass zur Kompensation der Treibstoffbelastungen in Höhe von 700 Millionen Euro im zweiten Halbjahr ein Wachstum der Erlöse pro verfügbarem Sitzkilometer im mittleren bis hohen einstelligen Bereich erforderlich ist. Die gebuchten Erträge liegen um 5 Prozent bis 12 Prozent höher, doch die Auslastungsraten bleiben um 1 bis 4 Prozentpunkte niedriger, sodass die Umwandlung der nachgelagerten Nachfrage zum entscheidenden Faktor für die Erholung der Erlöse wird.

  • Der bereinigte Cashflow belief sich im ersten Halbjahr auf 1 Milliarde Euro, da Flugzeugverkäufe und Leaseback-Transaktionen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro die Nettoinvestitionen reduzierten. Das Jahresziel von 900 Millionen Euro bleibt unverändert, da Lieferverzögerungen die geplanten Investitionsausgaben um 400 Millionen Euro senkten und damit die schwächere operative Cash-Generierung ausglichen.

Fazit: Wir behalten unsere Fair Value-Schätzung von 8,30 Euro bei. Nach dem Kursrückgang um 11 Prozent am 4. August notiert die Aktie im Einklang mit unserer Bewertung. Die starke Nachfrage und die längerfristigen Vorteile durch ITA sowie die Flottenerneuerung werden teilweise durch eine schwächere Ertragsprognose, das Treibstoffrisiko und anhaltende Herausforderungen bei der Umsetzung ausgeglichen.

Anmerkung des Redakteurs: Diese Analyse wurde ursprünglich als Aktienkommentar von Morningstar Equity Research veröffentlicht.

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