Hensoldt: Unsere Einschätzung zur Aktie nach den Quartalszahlen

Wir sind der Ansicht, dass die Hensoldt-Aktie leicht unterbewertet ist.

Industrie Sektor Kunstwerk

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Hensoldt

  • Fair Value-Schätzung
    : 100 EUR
  • Morningstar Rating
    : ★★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Breit
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Mittel

Unsere Einschätzung der Geschäftszahlen von Hensoldt

Der Umsatz von Hensoldt HAG stieg im ersten Halbjahr um 24 Prozent auf 1,17 Milliarden Euro, und das bereinigte EBITDA legte um 29 Prozent auf 137 Millionen Euro zu. Der Auftragseingang verdoppelte sich auf 2,81 Milliarden Euro, wodurch sich der Auftragsbestand auf 10,36 Milliarden Euro anwuchs. Die Prognose für 2026 wurde beibehalten.

Warum das wichtig ist: Die Aktie gab um 4 Prozent nach, da die im Rahmen der Erwartungen liegenden Ergebnisse und die unveränderte Prognose angesichts der hohen Erwartungen nur begrenztes Aufwärtspotenzial boten – trotz Rekordaufträgen und einer deutlichen Margenverbesserung im Bereich Optronik. Dennoch liefern die Ergebnisse den bislang deutlichsten Beleg dafür, dass steigende Produktionsvolumina den hohen Auftragsbestand zunehmend in Gewinne umwandeln.

  • Die Marge im Bereich Sensoren sank um 100 Basispunkte auf 11,9 Prozent, da die umsatzschwachen Durchlaufgeschäfte im Eurofighter-Programm und höhere F&E-Ausgaben die gestiegenen Volumina bei TRML-4D- und Integrationsprojekten ausglichen. Der bereinigte Umsatz stieg dennoch um 10 Prozent, wobei sich die bereinigte Marge im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal verbesserte.
  • Der Umsatz im Bereich Optronics stieg um 63 Prozent und erhöhte die Marge von 1 Prozent auf 10,9 Prozent. Die Volumina bei Puma, Schakal und Luchs 2 decken nun die industrielle Kostenbasis ab und verwandeln das Segment von einem Belastungsfaktor für die Profitabilität in eine wesentliche Quelle für operative Hebelwirkung.

Fazit: Wir behalten unsere Fair Value-Schätzung von 100 Euro und unser „Wide Moat“-Rating bei. Der Margenwendepunkt im Bereich Optronik gleicht die vorübergehende Verwässerung durch den Bereich Sensoren aus, während der steigende Elektronikanteil, die Nachfrage im Bereich Luftverteidigung und softwaredefinierte Systeme das Wachstum über den aktuellen Plattformzyklus hinaus stützen.

  • Eine höhere Produktion bei GTF, GEnx und XWB, steigende Werkstattbesuche, Reparaturen sowie das Volumen im zivilen und militärischen Bereich treiben Umsatz und Margen an. GTF erreicht 2027 den Cashflow-Break-even und wird 2028 profitabel, was bis 2029 einen freien Cashflow von 600 Millionen britischen Pfund ermöglichen dürfte.
  • Das F126-Programm reduzierte den Auftragsbestand um 130 Millionen Euro, während die Unsicherheit bezüglich des FCAS die Sichtbarkeit zukünftiger Programme beeinträchtigte. Der erste Vertrag für das CFSN (Deutschlands „Combat Fighter System Nucleus“, eine parallele Initiative für die nächste Generation von Kampfflugzeugen) sowie potenzielle MEKO-A-200-Aufträge bieten gewisses Ausgleichspotenzial. Wir behalten jedoch vorsichtige Annahmen für die Auftragsentwicklung bei, bis Umfang und Zeitplan dieser Projekte klarer sind..

Anmerkung des Redakteurs: Diese Analyse wurde ursprünglich als Aktienkommentar von Morningstar Equity Research veröffentlicht.

Der Autor/Autorin oder die Autoren besitzen keine Aktien der in diesem Artikel erwähnten Wertpapiere. Informieren Sie sich hier Redaktions-Richtlinien von Morningstar.