Fair Value-Schätzung für Hensoldt nach Auftrags-Stornierungen um 9 % gesenkt

Wir halten die HENSOLDT-Aktie für moderat unterbewertet.

Industrie Sektor Kunstwerk

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für HENSOLDT

  • Fair Value-Schätzung
    : 100 EUR
  • Morningstar Rating
    : ★★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Breit
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Mittel

Die HENSOLDT-Aktie ist seit der Einstellung des F126-Fregattenprogramms in Deutschland um rund 15 % gefallen, obwohl das Unternehmen weiterhin an mehreren der wichtigsten Modernisierungsprogramme Deutschlands beteiligt ist.

Warum das wichtig ist: Die Einstellung des F126-Fregattenprogramms bedeutet zwar den Verlust einer wichtigen langfristigen Wachstumschance, doch wir halten die Marktreaktion auf die Auswirkungen auf den inneren Wert von Hensoldt für überzogen. Das Unternehmen ist weiterhin gut positioniert in den Bereichen staatliche Radarsysteme, elektronische Kriegsführung und Missionssysteme, wo die Beschaffungsprioritäten weiter zunehmen.

  • Obwohl die Programme F126 und „Future Combat Air System“ (FCAS) für Kampfflugzeuge eingestellt wurden, gehen wir davon aus, dass ein Großteil des langfristigen Auftragsvolumens von Hensholdt auf nachfolgende, von Deutschland geleitete Initiativen übergehen könnte. Allerdings bleiben Programmumfang, Zeitplan und die Aufteilung der industriellen Arbeiten ungewiss.
  • Die von der NATO zugesagte Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 3,5 % sowie Deutschlands beschleunigte Aufrüstung stützen weiterhin die anhaltende Nachfrage nach Sensoren, Luftabwehr-, elektronischen Kriegsführungs- und Führungs- und Leitsystemen.

Fazit: Wir senken unsere Fair Value-Schätzung von 110 auf 100 EUR, behalten jedoch unser „Wide Moat“-Rating bei. Die Senkung spiegelt ein höheres Umsetzungsrisiko und eine geringere Vorhersehbarkeit bei zukünftigen Vorzeigeprogrammen wider und ist nicht auf schwächere Branchenfundamentaldaten zurückzuführen.

  • Wir gehen nun von einer langsameren Umsetzung höherer Verteidigungshaushalte in realisierbare Programme aus und legen konservativere Annahmen hinsichtlich des Zeitplans und des Arbeitsanteils bei Nachfolgeprogrammen zugrunde.
  • Wir gehen weiterhin davon aus, dass Hensholdt langfristig stärker wachsen wird als die europäischen Verteidigungsausgaben, gestützt durch den steigenden Elektronikanteil plattformübergreifend, die wachsende Nachfrage im Bereich Luftverteidigung und seine führende Position im deutschen Ökosystem für staatliche Verteidigungselektronik.

Anmerkung des Redakteurs: Diese Analyse wurde ursprünglich als Aktienkommentar von Morningstar Equity Research veröffentlicht.

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