Hannover Rück: Unsere Einschätzung zur Aktie nach den Quartalszahlen

Höhere Schäden durch menschliches Verschulden und schwaches Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft: Wir sind der Ansicht, die Hannover-Rück-Aktie ist fair bewertet.

Collage aus Taschenrechner, Mann mit Aktentasche und Börsenkursen

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für die Hannover Rück

  • Fair Value-Schätzung
    : 260 EUR
  • Morningstar Rating
    : ★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Keins
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Mittel

Was wir von den Hannover Rück-Zahlen halten

Für das zweite Quartal 2026 veröffentlichte die Hannover Rück erneut Zahlen, die weitgehend im Rahmen der Erwartungen liegen und denen des ersten Quartals ähneln. Die Zahlen für das zweite Quartal sind jedoch durch einen Anstieg der Großschäden aufgrund von Schadensfällen durch von Menschen verursachte Ereignisse gekennzeichnet. Erfahrungsabweichungen haben die Zahlen im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft nach unten gedrückt.

Warum das wichtig ist: Für das zweite Quartal 2026 wies die Hannover Rück einen Nettogewinn von 695,3 Millionen Euro aus, womit sich der Halbjahresgewinn auf 1,406 Milliarden Euro beläuft. Das Unternehmen ist zwar auf Kurs, seine Prognose für das Gesamtjahr von mindestens 2,7 Milliarden Euro zu erreichen, doch ist der Vorsprung nicht besonders überzeugend.

  • Im Schaden- und Unfallgeschäft wirken sich weiterhin leichte Naturkatastrophen aus: Die risikobereinigten Erneuerungspreise der Hannover Rück gingen von April bis Juli um 4,5 Prozent zurück. Menschengemachte Schäden haben den Gewinn zusätzlich belastet: Für den Krieg im Nahen Osten wurden 200 Millionen Euro verbucht, und die Sachschäden beliefen sich seit Jahresbeginn auf 148,6 Millionen Euro.
  • Das Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft scheint sich gerade so über Wasser zu halten. Für 2026 strebt die Hannover Rück ein Nettoergebnis aus Rückversicherungs-Dienstleistungen von 925 Millionen Euro an. Dieses Quartal blieb hinter den Konsensprognosen zurück, bei denen der Optimismus zugenommen hatte. Negative Abweichungen bei den Invaliditätsschäden in Australien scheinen seit dem ersten Quartal zu belasten.

Fazit: Wir behalten unsere Fair Value-Schätzung von 260 Euro pro Aktie und unser No-Moat-Rating bei. Die Aktie wird als fair bewertet eingestuft.

  • Unter dem Strich entsprechen die Zahlen weitgehend dem vom Unternehmen zusammengestellten Konsens, fallen jedoch im Vergleich zu unseren Gesamtjahresprognosen etwas geringer aus. Der Anstieg der durch Menschen verursachten Schäden hat erhebliche Auswirkungen. Ohne diesen wären die Großschadeneffekte seit Jahresbeginn rückläufig.
  • Wir rechnen nach wie vor mit einem weiteren Jahr mit wenigen Naturkatastrophen, was sich auch in den bisherigen Ergebnissen widerspiegelt. Das Gesamtjahresergebnis dürfte etwas über den Konsensschätzungen liegen. Wir gehen weiter davon aus, dass es sich letztendlich um ein Jahr mit Spitzengewinnen handeln wird.

Anmerkung des Redakteurs: Diese Analyse wurde ursprünglich als Aktienkommentar von Morningstar Equity Research veröffentlicht.

Der Autor/Autorin oder die Autoren besitzen keine Aktien der in diesem Artikel erwähnten Wertpapiere. Informieren Sie sich hier Redaktions-Richtlinien von Morningstar.