Ausblick auf die Sitzung der Bank of Japan: Zinserhöhung dürfte den Yen stützen

Wir erwarten, dass die Bank of Japan schrittweise die Zinsen anheben wird, um den Yen zu stärken.

Collagenillustration mit nach oben und unten gerichteten Dreiecken, darunter ein Foto von Tokio in einem Dreieck, die japanische Flagge sowie die „Whiskers“ eines Aktiencharts.

Nach den jüngsten Maßnahmen zur Stützung des Yen wird erwartet, dass die Bank of Japan (BOJ) bei ihrer Sitzung am 17. und 18. September ihren Leitzins auf 1,25 Prozent anheben wird. Bleiben die Zinsen unverändert, kann sich unserer Einschätzung nach der jüngste Aufwärstrend des Yen schon wieder umkehren. Zuletzt haben die BOJ und das US-Finanzministerium Berichten zufolge gemeinsam über 100 Milliarden US-Dollar aufgewendet, um die japanische Währung zu stützen.

Wir erwarten, dass die BOJ einen Yen-Kurs um die Marke von 150 Yen je US-Dollar als akzeptabel ansieht. Ein größeres Problem sieht sie anscheinend für den Fall, dass die 170er-Marke bedroht wird. Dies hat Vorrang vor den Bedenken der BOJ, dass hohe Zinsen den japanischen Finanzsektor destabilisieren.

Die BOJ verfolgt einen Kurs der schrittweisen Zinserhöhungen

Die BOJ hat ihren Leitzins auf ihrer jüngsten Sitzung im Juni auf 1 Prozent angehoben. Seit Juli 2024 hat die Bank die Zinsen schrittweise um 75 Basispunkte erhöht.

Wir gehen grundsätzlich davon aus, dass die BOJ eine schrittweise Zinserhöhung bevorzugt, da mehr als 70 Prozent der Unternehmenskredite und 75 Prozent der Hypotheken variabel verzinst sind. Das Ende der niedrigen Kreditzinsen in Japan wird den Druck auf die Kreditnehmer erhöhen. Derzeit wird die Weitergabe der Zinserhöhungen an die Hypotheken durch eine Obergrenze von 25 Prozent für die Kreditnehmer zwar noch etwas gedämpft, doch letztendlich werden die Zinserhöhungen wirken.

Kurzfristig gibt es allerdings auch einige Belastungsfaktoren für den Yen. Die Aussicht, dass die US-Zinsen länger auf einem höheren Niveau bleiben, übt Druck auf den Yen aus, wenn sich die Renditedifferenz zwischen Japan und den Vereinigten Staaten vergrößert. Zudem sind das inländische Vertrauen und die Nachfrage nach dem Yen zurückgegangen. Japanische Unternehmen und Privatpersonen ziehen ihre Gelder aus dem Yen ab, um dessen Schwäche abzufedern. Wir sind zudem der Ansicht, dass steigende Zinsen den Yen-Carry-Trade weniger attraktiv machen. Mit dem Carry-Trade haben ausländische Marktteilnehmer Kredite in Yen aufgenommen und für weltweite Investitionen eingesetzt.

USD:JPY im Vergleich zum Ertrag zwischen japanischen Staatsanleihen (JGB) und 10-jährigen US-Anleihen

Geschätzter Ertrag zur Ertragssumme 10-jähriger US-Anleihen (Balken) und zur Ertragssumme 10-jähriger japanischer Staatsanleihen (Linie) auf der linken Achse; USD:JPY (Linie) auf der rechten Achse, April 2011 bis August 2026.

Entwicklung der Erträge japanischer Staatsanleihen

Wir erwarten, dass der Yen in unserer Fünfjahresprognose einen Durchschnittswert von 150 Yen je US-Dollar erreichen wird, was den Prognosen der meisten von uns beobachteten japanischen Exporteuren entspricht. Wir erwarten allerdings nicht, dass der Yen in den nächsten Jahren wieder auf sein Vor-Pandemie-Niveau von 100 bis 110 Yen je Dollar zurückkehren wird. Der Markt dürfte unserer Ansicht nach weiterhin befürchten, dass die Renditen japanischer Staatsanleihen hoch bleiben werden. Während die Regierung zur Finanzierung ihrer Haushaltsmaßnahmen weitere Anleihen emittiert, reduziert die BOJ ihre Käufe japanischer Staatsanleihen, um die Inflation einzudämmen und ihre Bilanz zu sanieren.

Die Auflösung der Carry-Trades führt möglicherweise weiterhin zu Yen-Verkäufen. Darüber hinaus haben japanische Banken wie Mitsubishi japanische Staatsanleihen (JGBs) abgestoßen, um ihre Positionen zu diversifizieren. Der Kapitalabfluss aus dem Yen setzt sich daher in den nächsten Jahren möglicherweise fort.

Im Jahr 2027 ist allerdings eine gewisse Aufwertung möglich. Denn einerseits dürfte die BOJ die Zinssätze bis 2028 schrittweise auf 2 Prozent anheben. Andererseits wird sich der Trend bei den US-Zinsen im Zuge der Konjunkturabkühlung im Jahr 2027 umkehren. Damit dürfte sich die Differenz zwischen den Anleiherenditen beider Länder verringern.

Japanische Finanzwerte haben in besonderem Maße von den steigenden inländischen Kreditzinsen profitiert. Zu den Banken, die wir am meisten schätzen, gehört Resona, deren Eigenkapitalrendite sich unserer Ansicht nach bis März 2030 auf 12 Prozent verbessern wird – ausgehend von der Spanne von 5 Prozent bis 9 Prozent, die in den letzten fünf Jahren zu beobachten war. Übergeordnet sind wir jedoch der Ansicht, dass der Markt den durch die Zinserhöhungen bedingten Rentabilitätsanstieg der Banken bereits weitgehend eingepreist hat. Damit sind die Aktienkurse derzeit im Verhältnis zum Risiko nicht attraktiv.

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