Wie Sie Bitcoin in Ihrem Portfolio verwenden

Was Sie über die Vorteile und Risiken von Investments in Kryptowährungen wissen müssen.

Bitcoin verpixelte Illustration

Bitcoin wurde Anfang 2009 geschaffen, teilweise als Reaktion auf das Misstrauen gegenüber nationalen Regierungen und traditionellen Finanzinstituten im Zuge der globalen Finanzkrise. Als älteste und etablierteste Kryptowährung macht Bitcoin immer noch den Löwenanteil des Anlegerinteresses und der Vermögenswerte aus, aber es gibt inzwischen Tausende von digitalen Währungen.

In dieser Serie über Grundkenntnisse von Portfolios werde ich einige Grundlagen für die Zusammenstellung solider Portfolios erläutern. Ich werde eine breite Palette von Anlageklassen abdecken und erklären, was Sie wissen müssen, um sie effektiv in einem Portfolio zu nutzen. Bei Kryptowährungen sind wir der Meinung, dass sie nur einen kleinen Teil eines diversifizierten Portfolios ausmachen sollten, und auch nur dann, wenn Sie beabsichtigen, sie mindestens ein Jahrzehnt lang zu halten, bevor Sie sie verkaufen.

Was ist Bitcoin?

Bitcoin wurde ursprünglich als digitale, verschlüsselte Alternative zu herkömmlichen, von Zentralbanken kontrollierten Währungen konzipiert. Er existiert nur in digitaler Form und ist nicht auf Dritte angewiesen, um Transaktionen zu überprüfen oder Eigentumsübertragungen aufzuzeichnen. Stattdessen handelt es sich bei Bitcoin um eine Form von virtuellem, dezentralisiertem Geld, das durch Kryptografie gesichert ist. Bitcoin lebt digital auf einer Blockchain, einer Art verteiltem Hauptbuch, das Transaktionen registriert, indem es eine Reihe von Blöcken kryptografisch miteinander verknüpft, die nach der Aufzeichnung nicht mehr verändert werden können.

Bitcoin ist nicht die einzige Kryptowährung. Die zweitgrößte ist Ether, die an die Ethereum-Blockchain gebunden ist. Ethereum unterstützt “intelligente Verträge”, die automatisch digitale Vermögenswerte übertragen, wenn bestimmte vorgegebene Bedingungen erfüllt sind. Andere wichtige Arten von Kryptowährungen sind Stablecoins, d. h. Token, die an eine harte Währung wie den US-Dollar gekoppelt sind, und Altcoins, eine breite Palette von Kryptowährungen, die die Blockchain-Technologie auf speziellere Weise anwenden. Nicht zu vergessen die Memecoins, die auf Bildern, Videos, Phrasen oder sogar Hunderassen wie dem Shiba Inu basieren, der den Dogecoin und den Shiba Inu-Token inspirierte. Insgesamt gab es zum 31. Juli 2025 mehr als 5.000 Kryptowährungen mit einer Gesamtmarktkapitalisierung von etwa 3,78 Billionen US-Dollar, basierend auf Daten von CoinMarketCap.

Die große Mehrheit davon kann nur an einer spezialisierten Börse gehandelt werden. Anleger, die Kryptowährungen kaufen, verwenden in der Regel eine Hardware- oder Software-Brieftasche, um ihre privaten Schlüssel (vergleichbar einem Passwort) zu speichern und Transaktionen durchzuführen. Anleger können auch Zugang zu einigen Kryptowährungen erhalten, indem sie in einen börsengehandelten Fonds oder einen Grantor Trust investieren.

In diesem Artikel konzentriere ich mich hauptsächlich auf Bitcoin und Ether, die beiden am häufigsten verwendeten Kryptowährungen. Auf diese beiden Währungen zusammen entfallen etwa 73% der weltweiten Marktkapitalisierung von Kryptowährungen und mehr als die Hälfte des gesamten Handelsvolumens (Stand: 31. Juli 2025).

Langfristige Performance

Kryptowährungen haben sowohl atemberaubende Höchststände als auch schmerzhafte Tiefststände erlebt. Die Grafik unten zeigt: Hätte jemand im September 2015 beispielsweise 10.000 USD in Bitcoin oder Ether investiert, dann hätte er den Wert des ursprünglichen Investmenst im Laufe der Zeit in die Höhe schnellen sehen. Dieses Wachstum war so etwas wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Da Kryptowährungen keine Cashflows generieren, gibt es keine Möglichkeit, ihren zugrundeliegenden Wert mit Hilfe traditioneller Investmentanalysen zu bewerten. Stattdessen wecken spektakuläre Renditen das Interesse der Anleger und die Kaufaktivität, was die Preise noch weiter in die Höhe treibt.

Wachstum von $10.000

Was sind die Vorteile und Risiken eines Investments in Kryptowährungen?

Mit hohen Renditen geht ein hohes Risiko einher, und Kryptowährungen sind keine Ausnahme. Das Risiko-Ertrags-Profil von Kryptowährungen liegt im Vergleich zu anderen risikobehafteten Vermögenswerten, wie z. B. Aktien, im hinteren Bereich. Seit September 2015 war Bitcoin mehr als viermal so volatil wie US-Aktien, und Ether war etwa achtmal so volatil. Diese überdurchschnittlich hohe Volatilität bedeutet, dass selbst eine kleine Menge an Kryptowährungen das Risikoprofil eines Portfolios dramatisch erhöhen kann.

Risiko und Rendite seit September 2015: Bitcoin und andere Vermögenswerte

Auch die Höhe des Verlustrisikos war extrem. Wie die folgende Tabelle zeigt, hat Bitcoin in den letzten zehn Jahren in mindestens drei Perioden Verluste von 40% oder mehr erlitten.

Vorherige Drawdows: Bitcoin

Bei Ether ist das Risiko eines Kursrückgangs ähnlich hoch.

Vorherige Drawdowns: Ether

In der Vergangenheit hat Bitcoin ausreichend hohe Renditen erzielt, um seine Verluste auszugleichen. Ether liegt jedoch immer noch unter seinem Höchststand vom November 2021.

Es ist zudem erwähnenswert, dass eine große Anzahl von Kryptowährungen im Grunde “tot” oder wertlos ist. Basierend auf den Daten von CoinMarketCap gab es zu diesem Zeitpunkt mehr als 3.500 Kryptowährungen ohne Handelsvolumen, was es unwahrscheinlich macht, dass Investoren in der Lage wären, irgendwelche Gewinne zu erzielen.

Wie man in Bitcoin und andere Kryptowährungen investiert

Wie bereits erwähnt, waren spezialisierte Kryptobörsen bisher der am meisten genutzte Weg, in Kryptowährungen zu investieren, abgesehen von einigen wenigen Grantor Trusts und börsengehandelten Fonds, die in Kryptowährungs-Futures investieren.

Im Januar 2024 genehmigte die US Securities and Exchange Commission jedoch Spot-Bitcoin-ETFs, die direkt in Bitcoin (und nicht in Bitcoin-Futures) investieren. Diese sind eine bessere Möglichkeit, da sie den Bitcoin-Kurs auch nach Abzug von Gebühren und Handelskosten genauer verfolgen sollten.

Krypto-Investoren können auch eine Vielzahl von ETFs auf digitale Vermögenswerte finden. Sie investieren in Aktien von Unternehmen, die in das Krypto-Ökosystem involviert sind, wie z. B. Krypto-Mining, Anbieter von Mining-Ausrüstung und Unternehmen, die Blockchain- und andere Technologien für digitale Vermögenswerte entwickeln und nutzen. Bislang waren die meisten dieser kryptobezogenen Aktienfonds jedoch etwas volatiler als reine Bitcoin- und/oder Ether-Aktien.

Wie lange sollte ich meine Investments in Kryptowährungen halten?

Die Richtlinie von Morningstar über die Rolle von Kryptowährungen in Portfolios empfiehlt, sie mindestens 10 Jahre zu halten. Wir haben diese Richtlinie unter anderem durch die Betrachtung der historischen Häufigkeit von Verlusten über verschiedene rollierende Zeiträume von einem Jahr bis zu 10 Jahren entwickelt. Wir haben darüber hinaus die maximale Zeit bis zur Erholung berücksichtigt, d. h. wie lange es normalerweise dauert, bis sie sich nach einem Verlust erholen.

Wie viel meines Portfolios sollte ich in Kryptowährungen halten?

Der kometenhafte Aufstieg von Kryptowährungen in den letzten Jahren könnte zu einer einfachen Schlussfolgerung führen: Je mehr, desto besser. Trotz der extremen Volatilität und des Drawdown-Risikos waren die Erträge hoch genug, um das zusätzliche Risiko auszugleichen. Es ist jedoch schwer zu sagen, ob dieses Muster auch in Zukunft Bestand haben wird.

Es ist zudem erwähnenswert, dass Bitcoin, Ether und andere Kryptowährungen in dem Maß, in dem sie zum Mainstream werden, als Portfoliodiversifizierer weniger wertvoll werden. Auch wenn die Korrelationen zu den meisten anderen wichtigen Anlageklassen in absoluten Zahlen niedrig geblieben sind, haben sie in den letzten Jahren stetig zugenommen. Daher gibt es keine Garantie dafür, dass das Hinzufügen von Kryptowährungen die risikobereinigten Renditen eines Portfolios verbessern wird, vor allem nicht in demselben Ausmaß wie in der Vergangenheit.

Darüber hinaus macht die Beliebtheit von Kryptowährungen bei dynamischen Anlegern und spekulativen Käufern sie anfällig für Preisblasen, die schließlich platzen. Es ist zudem fast unmöglich, den zugrunde liegenden Wert zu bestimmen. Aus diesen Gründen erscheint eine Portfoliogewichtung von 5% oder weniger ratsam, und viele Anleger sollten Kryptowährungen ganz weglassen.

Der Autor/Autorin oder die Autoren besitzen keine Aktien der in diesem Artikel erwähnten Wertpapiere. Informieren Sie sich hier Redaktions-Richtlinien von Morningstar.