Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Konzentration am US-Aktienmarkt nahm in den letzten fünf Jahren stetig zu, wobei die Umschichtung im ersten Quartal 2026 kaum dazu beigetragen hat, diesen Trend zu durchbrechen.
- Auf den Technologiebereich entfielen im ersten Quartal mehr als 70 % der Kursverluste am Markt und im April bislang mehr als die Hälfte der Kursgewinne.
- Der Technologiesektor führt die Renditen im April an und kehrt damit den Abwärtstrend des Sektors im ersten Quartal um.
Nach einem holprigen Jahresauftakt für Technologieaktien hatten Analysten mit einer Ausweitung des stark konzentrierten Aktienmarktes gerechnet. Da jedoch genau jene Technologieunternehmen, die in den ersten drei Monaten 2026 die Indizes belastet hatten, nun die Erholung im April vorantreiben, hat die extreme Marktkonzentration nicht nachgelassen.
Nur fünf Aktien – Nvidia (NVDA), Apple (AAPL), Microsoft (MSFT), Amazon (AMZN) und Alphabet ( GOOGL) – machen rund 23 % des Morningstar US Market Index aus, wodurch sie einen überproportionalen Einfluss sowohl auf den Kursrückgang im ersten Quartal als auch auf die Erholung im April hatten. Dieser Konzentrationsgrad liegt deutlich über den historischen Durchschnittswerten; vor fünf Jahren machten die fünf führenden Aktien etwa 16 % des Index aus, vor zehn Jahren waren es nur 9 %.
In den ersten drei Monaten des Jahres zeigte sich am US-Markt eine deutliche Spaltung nach Sektoren. Die Sektoren Finanzdienstleistungen, Kommunikations-Dienstleistungen, zyklischer Konsum und Technologie verzeichneten jeweils einen Rückgang von mehr als 8 %, während der Morningstar US Energy Sector Capped Index angesichts der im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt stark steigenden Ölpreise um 38 % zulegte.
Unter dem Strich gab der US-Marktindex im Quartal um 4,2 % nach. Rund 3 Prozentpunkte dieses Rückgangs – etwa 70 % – entfielen auf den Technologiesektor. Da dieser Sektor 32,6 % des US-Marktindex ausmacht, während der Energiesektor nur 3,4 % beiträgt, reichte selbst eine historische Rallye der Energieaktien bei weitem nicht aus, um die Verluste im größten Sektor des Marktes auszugleichen.
Der April brachte eine deutliche Trendwende. Technologieaktien legten um 15 % zu, während zyklische Konsumaktien um 12 % stiegen und den US-Markt damit für das Jahr 2026 in den positiven Bereich hievten. Im Gegensatz dazu gaben Energieaktien im April um 10 % nach, da die Ölpreise nachgaben, obwohl der Sektor im Jahresverlauf weiterhin ein Plus von 24 % verzeichnet. Allein im April trugen Technologieaktien 4,9 der insgesamt 9,2 Prozentpunkte zum Marktgewinn bei – mehr als die Hälfte der Erholung.
Trotz einer kurzen Umschichtung bleibt die Marktkonzentration hoch
2026 trug der Technologiesektor bisher 1,6 Prozentpunkte zum Anstieg des US-Marktes um 4,7 Punkte bei (34 %). Die großen Halbleiterunternehmen Nvidia und Broadcom AVGO, zwei der zehn größten Positionen im Index, trugen zusammen einen ganzen Prozentpunkt bei (rund 21 % des Anstiegs).
Die jüngste Dominanz des Technologiesektors ist Ausdruck eines übergeordneten Trends. In den letzten drei Jahren war der Technologiesektor in etwa der Hälfte der Fälle für mehr als die Hälfte der Marktgewinne in Quartalen mit positiven Erträgen verantwortlich – bzw. für mehr als die Hälfte der Verluste in Quartalen mit negativen Erträgen –, was den anhaltend überdurchschnittlichen Einfluss dieses Sektors auf die Gesamtrenditen verdeutlicht.
Selbst nach einer Umschichtung weg von Technologiewerten im ersten Quartal hat sich die Marktkonzentration kaum verändert. Die fünf größten Titel machen nun 23 % des US-Marktindex aus, während die Top 10 einen Anteil von 33 % ausmachen. Das liegt leicht unter dem Niveau von Ende 2025, als die Top 5 nach mehreren Jahren stetig steigender Konzentration 25 % des Index ausmachten und die Top 10 einen Höchststand von 36 % erreichten.
Der längerfristige Trend verdeutlicht, wie hoch die aktuellen Werte nach wie vor sind. Zu Beginn des Jahres 2023 entfielen 17 % des Index auf die fünf größten Titel und 24 % auf die zehn größten. Vor fünf Jahren lagen diese Werte mit 16 % bzw. 22 % noch etwas niedriger.
Die am besten performenden Branchen 2026
Die Technologiebranche war 2026 marktführend, wobei Halbleiterausrüstung und -materialien mit einem Plus von 47,6 % an der Spitze standen. Die Halbleiterhersteller ASML Holding (ASML; +35,3 %), Applied Materials (AMAT; +52,6 %) und Lam Research (LRCX; +53,9 %) trugen maßgeblich zu diesen Zuwächsen bei.
Aktien aus dem Bereich Computerhardware liegen knapp dahinter und legten in diesem Jahr um 45,3 % zu. Die Top-Position SanDisk (SNDK), ein Anbieter von Speicherchips, verzeichnete einen Kursanstieg von 284,6 %, der Festplattenhersteller Western Digital (WDC ) von 117,2 %.
Die Nachzügler 2026
Aktien aus dem Bereich Softwareanwendungen entwickelten sich am schlechtesten und brachen um 22,7 % ein, da befürchtet wird, dass Künstliche Intelligenz (KI) die Branche grundlegend verändern könnte. SAP, ein führender Anbieter von Unternehmenssoftware, und Salesforce, eine führende Plattform für Kundenbeziehungsmanagement – die beiden größten Positionen im Index – verloren jeweils fast 30 % an Wert.
Der Werbesektor schneidet mit einem Minus von 20,9 % am zweitschlechtesten ab. Das Werbetechnologieunternehmen AppLovin (APP), auf das 53,1 % des Index entfallen, verlor 2026 bisher 27,1 %. An dritter Stelle steht die Glücksspielbranche mit einem Minus von 20,7 %.

