Commerzbank-Übernahme: Diese 10 Fonds sind am stärksten engagiert

Die Fonds mit dem höchsten Anteil an Commerzbank-Aktien sind Deutschland- und Bankenfonds.

Eine Filiale der Commerzbank am 11. März 2021 in Berlin, Deutschland.
Sean Gallup/Getty Images via Getty

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • UniCredit hält bereits knapp 30 Prozent an der Commerzbank, die Bundesregierung etwas über 12 Prozent. Zu den weiteren Großaktionären zählen BlackRock und Nomura Holdings.
  • Die höchsten Commerzbank-Gewichtungen unter den Fonds weisen UniESG Aktien Deutschland, DWS ESG Investa und DWS German Equities Typ O auf.
  • Seit Beginn der Übernahmespekulationen im September 2024 hat sich der Kurs der Commerzbank-Aktie fast verdreifacht.

Der Übernahmekampf um die Commerzbank CBK geht in die entscheidende Phase: Die italienische UniCredit hat Anfang Mai ein freiwilliges Übernahmeangebot vorgelegt und bietet 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Aktie an. Das entsprach zum Start der Offerte am 5. Mai rund 34 Euro je Aktie und lag damit leicht unter dem damaligen Börsenkurs.

Damit rücken auch zahlreiche Fonds mit hoher Deutschland- oder Bankengewichtung in den Fokus. Besonders stark engagiert in der Frankfurter Bank sind laut Morningstar Direct mehrere deutsche Aktienfonds. Bei der Suche nach den zehn Fonds mit dem höchsten Exposure haben wir Fonds mit weniger als 100 Millionen Euro Fondsvolumen ausgeschlossen. Berücksichtigt wurden zudem nur Fonds, die in Deutschland verkauft werden. Betrachtet wurden sowohl Investmentfonds als auch börsengehandelte Vehikel. Die Daten beziehen sich auf das zuletzt verfügbare Portfoliodatum.

Die Daten zeigen, dass derzeit kein Fonds mehr eine Commerzbank-Gewichtung von über 5 Prozent im Portfolio hält. Den höchsten Anteil weist der UniESG Aktien Deutschland mit 4,71 Prozent auf, gefolgt von DWS ESG Investa mit 4,61 Prozent und DWS German Equities Typ O mit 4,58 Prozent. Zwei der Top 10 sind passiv gemanagte ETFs von Amundi.

Schlecht gefahren sind die Fonds damit nicht. Die Aktie konnte im letzten Jahr rund 37 Prozent zulegen. Seit Beginn der Übernahmegerüchte durch die Italiener im September 2024 hat sich der Kurs nahezu verdreifacht. Die Commerzbank-Aktie schloss am Tag des offiziellen Angebots bei 35,55 Euro. Am 13. Mai lag sie mit 35,74 Euro nur leicht darüber.

Commerzbank mit Trendwende – oder verwässert das Kerngeschäft?

Die Commerzbank versucht unterdessen, sich gegen die Übernahme zu stemmen. Bei der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse am 8. Mai kündigte Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp an, bis 2030 deutlich profitabler werden zu wollen und 3.000 Stellen zu streichen. “Die Commerzbank hat gute Ergebnisse für das erste Quartal vorgelegt und gleichzeitig eine Reihe ehrgeiziger Ziele bis 2030 bekannt gegeben, um den Übernahmeversuch von UniCredit abzuwehren”, schrieb Niklas Kammer, Senior-Aktienanalyst bei Morningstar, kurz darauf.

“Die Rückkehr der Commerzbank in die Gewinnzone ist bemerkenswert, doch fällt es uns schwer, einen strukturellen Wettbewerbsvorteil im Bankgeschäft der Commerzbank zu erkennen, der einem der wettbewerbsintensivsten Bankenmärkte Europas – Deutschland – standhalten kann”, so Kammer.

“Die Aktionäre der Commerzbank profitieren eindeutig von der beeindruckenden Trendwende der Bank, doch wir machen uns zunehmend Sorgen, dass der Übernahmeversuch von UniCredit den Fokus auf das Kerngeschäft verwässert. Die ehrgeizigen Ziele werfen die Frage auf, ob die Commerzbank in ihrem Bestreben, unabhängig zu bleiben, mehr Fett abbaut, als gesund ist.”

Auslöser der aktuellen Übernahmeschlacht war der Teilverkauf des Bundesanteils an der Commerzbank im September 2024. Damals hatte das Bundesfinanzministerium unter Christian Lindner begonnen, die verbliebene Staatsbeteiligung aus der Finanzkrise schrittweise abzubauen. UniCredit nutzte die Platzierung für einen überraschenden Einstieg bei der Commerzbank.

Commerzbank-Angaben zufolge hält die UniCredit derzeit rund 26,77 Prozent der Aktien und die Bundesregierung rund 12,11 bis 12,72 Prozent. Hinzu kommen über diverse Fonds BlackRock mit 4,86 Prozent und Nomura Holdings mit 2,24 Prozent. Diese Beteiligungen umfassen häufig ETFs, institutionelle Mandate, Handelsbestände oder Derivatepositionen und spiegeln daher nicht einzelne Fondsgewichtungen wider.

Der Autor/Autorin oder die Autoren besitzen keine Aktien der in diesem Artikel erwähnten Wertpapiere. Informieren Sie sich hier Redaktions-Richtlinien von Morningstar.