Tesla: Unsere Einschätzung zur Aktie nach den Quartalszahlen

Umsatz wächst, aber Gewinn enttäuscht - unsere Einschätzung zum Geschäftsbericht von Tesla

Ladegerät mit Tesla-Logo an einer Supercharger-Schnellladestation.
Smith Collection/Gado via Getty

Tesla hat am 22. Juli seinen Geschäftsbericht für das zweite Quartal veröffentlicht. Hier ist die Einschätzung von Morningstar zu den Geschäftsergebnissen und der Aktie von Tesla.

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Tesla

  • Fair Value-Schätzung
    : 450,00 USD
  • Morningstar Rating
    : ★★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Schmal
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Sehr hoch

Unsere Einschätzung zu den Ergebnissen von Tesla im zweiten Quartal

Tesla verzeichnete im zweiten Quartal gemischte Ergebnisse: Während höhere Auslieferungszahlen das Umsatzwachstum stützten, belasteten steigende Kosten den Gewinn.

Warum dies von Bedeutung ist: Der bereinigte Gewinn pro Aktie von Tesla lag unter den Konsensschätzungen von FactSet. Die Aktien gaben im nachbörslichen Handel um 4 Prozent nach – einerseits wegen der Gewinnenttäuschung und andererseits wegen des Ausblicks, laut dem die Investitionsausgaben in den nächsten drei Jahren steigen.

  • Der Anstieg der Investitionsausgaben liegt am Bau neuer Fabriken, mit denen Tesla seine Fahrzeug- und Batterieproduktion ausweitet, aber auch am erhöhten Rechenaufwand im Bereich der künstlichen Intelligenz, der für den Betrieb der KI-Software von Tesla für autonomes Fahren und humanoide Roboter erforderlich ist.
  • Wir betrachten diese hohen Ausgaben als einen Schritt, mit dem das Unternehmen die Grundlage für seine praxisorientierte KI für autonome Fahrzeuge und humanoide Roboter schafft. Auch wenn diese neuen Vorhaben kurzfristig wahrscheinlich keine nennenswerten Ergebnisse liefern werden, sehen wir für beide Produkte ein starkes langfristiges Wachstumspotenzial.

Fazit: Wir behalten unsere Fair Value-Schätzung für Tesla mit seinem schmalen wirtschaftlichen Burggraben bei. Wir waren bereits davon ausgegangen, dass die Investitionsausgaben in den nächsten drei Jahren 25 Milliarden US-Dollar übertreffen und danach weiter steigen. Die Prognose des Managements hinsichtlich höherer Investitionsausgaben war daher in unserer Bewertung bereits weitgehend berücksichtigt.

  • Wir erwarten, dass es Tesla gelingen wird, Software für autonomes Fahren zu entwickeln, die das Unternehmen über seinen Robotaxi-Fahrdienst, den Verkauf seiner Software für vollautonomes Fahren an Tesla-Besitzer sowie den autonomen Schwerlastverkehr mit Teslas Sattelschleppern monetarisieren wird.
  • Bei den aktuellen Kursen halten wir die Tesla-Aktie für unterbewertet, da sie rund 20 Prozent unter unserer Fair Value-Schätzung notiert. Die Tesla-Aktie hat gegenüber ihrem 52-Wochen-Hoch fast 30 Prozent an Wert verloren. Für langfristig orientierte Anleger sehen wir in diesem Kursrückgang eine gute Gelegenheit.

Gesamtbild: Tesla tätigt erhebliche Investitionen, um eine führende Rolle im Bereich autonomer Fahrzeuge und humanoider Roboter einzunehmen. Während der Markt auf den kurzfristig negativen Cashflow reagiert, erwarten wir aufgrund dieser neuen Produktentwicklungen ein starkes langfristiges Wachstum.

Im Folgenden finden Sie Auszüge aus dem Unternehmensbericht von Morningstar zur Tesla-Aktie.

Fair Value-Schätzung für Tesla

Angesichts des 4-Sterne-Ratings sind wir der Ansicht, dass die Tesla-Aktie im Vergleich zu unserer langfristigen Fair Value-Schätzung von 450 US-Dollar pro Aktie moderat unterbewertet ist. Für das laufende Jahr prognostizieren wir einen Anstieg der Auslieferungen um rund 10 Prozent auf fast 1,8 Millionen, ausgehend von 1,64 Millionen im vergangenen Jahr. Da das vollautonome Fahren in immer mehr europäischen Ländern zugelassen wird, gehen wir davon aus, dass ein starkes Wachstum der Auslieferungen in Europa den Rückgang in den USA mehr als ausgleichen wird. Längerfristig erwarten wir, dass Tesla im Jahr 2030 rund 2,8 Millionen Fahrzeuge pro Jahr ausliefern wird, wobei der überwiegende Teil der Auslieferungen auf die Plattformen des Model Y und des Model 3 entfallen wird.

Daneben erwarten wir, dass das Robotaxi-Geschäft von Tesla im Rahmen von Testphasen weiter voranschreiten und im laufenden Jahr in mehrere neue Städte expandieren wird, ähnlich wie Waymo, Uber und Lyft ihre Standorte ausgebaut haben. Im Bereich Energieerzeugung und -speicherung wird das Geschäft während unseres 10-Jahres-Prognosezeitraums voraussichtlich ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von rund 25 Prozent verzeichnen, angetrieben in erster Linie durch die steigende Nachfrage nach Energiespeichersystemen. Zur Finanzierung des Wachstums dürfte Tesla unseres Erachtens in den nächsten zehn Jahren über 350 Milliarden US-Dollar an Investitionsausgaben tätigen.

Erfahren Sie mehr über die Fair Value-Schätzung von Tesla.

Economic Moat-Rating

Wir stufen Tesla als Unternehmen mit einem schmalen wirtschaftlichen Burggraben ein, der auf immaterielle Vermögenswerte und Kostenvorteile zurückzuführen ist. Die immateriellen Vermögenswerte von Tesla sind seine Marke und seine differenzierte Software-Technologie für autonomes Fahren. Das starke Markenimage des Unternehmens als Hersteller von Luxusfahrzeugen und seine firmeneigene Software für autonomes Fahren ermöglichen eine Premium-Preisgestaltung, während das Know-how in der Herstellung von Elektrofahrzeugen dem Unternehmen erlaubt, Fahrzeuge kostengünstiger als die Wettbewerber zu produzieren. Die firmeneigene Technologie von Tesla trägt zu seinem durch immaterielle Vermögenswerte bedingten Wettbewerbsvorteil bei, und das Unternehmen hat seine Software durch Investitionen in Forschung und Entwicklung weiterentwickelt.

Da die Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf dem Niveau der Branchenkonkurrenten liegen, dürfte Tesla unseres Erachtens seinen technologischen Vorsprung aufrechterhalten. Wir sind der Ansicht, dass Tesla dank seiner Produktionsgröße von einem Kostenvorteil bei der Herstellung von Elektrofahrzeugen in den USA profitiert. Selbst wenn Elektrofahrzeuge rentabel werden, erwarten wir, dass Tesla seinen Kostenvorteil beibehalten wird, was im Vergleich zu anderen US-Automobilherstellern höhere Bruttogewinnmargen begünstigt. Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Kombination aus immateriellen Vermögenswerten und Kostenvorteilen bei Tesla bestehen bleibt und es dem Unternehmen ermöglichen wird, zumindest in den nächsten 10 Jahren überdurchschnittliche Kapitalrenditen zu erzielen.

Erfahren Sie mehr über den Economic Moat von Tesla.

Finanzielle Stärke

Tesla befindet sich in einer ausgezeichneten finanziellen Verfassung. Die Barmittel, Barmitteläquivalente und Finanzanlagen beliefen sich zum 30. Juni auf 43,5 Milliarden US-Dollar und übertrafen die Gesamtverschuldung bei weitem. Die Gesamtverschuldung lag bei knapp unter 9,1 Milliarden US-Dollar. Das künftige Wachstum kann Tesla weitgehend aus eigenen Mitteln finanzieren. Angesichts des positiven freien Cashflows und des hohen Kassenbestands sind wir der Ansicht, dass Tesla in der Lage ist, seine Wachstumspläne zumindest in den nächsten zwei Jahren ohne neue Kredite umzusetzen. In der Vergangenheit hat Tesla zur Kapitalbeschaffung Kreditlinien, Wandelanleihen und Aktienemissionen genutzt. Wir gehen davon aus, dass das Unternehmen keine Schwierigkeiten hätte, bei Bedarf Fremdkapital aufzunehmen, um seine Wachstumspläne im Bereich der Robotaxis und humanoiden Roboter zu finanzieren.

Erfahren Sie mehr über die Finanzkraft von Tesla.

Risiko und Unsicherheit

Wir stufen Tesla mit einer „sehr hohen Unsicherheit“ ein, da wir eine breite Palette potenzieller Entwicklungen für das Unternehmen erkennen. Angesichts des Markteintritts neuer, preisgünstigerer Elektrofahrzeuge hat Tesla die Preise gesenkt und kostengünstigere Versionen seiner Modelle „Model 3“ und „Model Y“ auf den Markt gebracht. Weitere Preissenkungen führen möglicherweise zu Gewinnrückgängen. Das Unternehmen tätigt zudem erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie in Sachanlagen zur Entwicklung von Software für autonomes Fahren, Robotaxis und humanoiden Robotern, wobei keine Garantie dafür besteht, dass diese Investitionen Früchte tragen werden.

Tesla ist mit ökologischen, sozialen und Governance-Risiken konfrontiert, die mit potenziellen Produktmängeln – einschließlich solcher in der Software für autonomes Fahren – zusammenhängen und zu Rückrufaktionen führen können. Tritt dies ein, gehen wir von moderaten Auswirkungen aus. Bleibt Tesla die Fähigkeit versagt, Schlüsselkräfte wie den Vorstandsvorsitzenden Elon Musk zu halten, könnte sein Image als innovatives Unternehmen Schaden nehmen. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit als gering, die Signifikanz jedoch als moderat ein. Tesla sieht sich zudem in einigen US-Bundesstaaten regulatorischen Problemen gegenüber, da dort Gesetze gelten, die eine Trennung von Automobilherstellern und Händlern vorschreiben. Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit als moderat, die Signifikanz jedoch als gering ein.

Erfahren Sie mehr über die Risiken und Unsicherheiten bei Tesla.

TSLA-Optimisten sagen

  • Tesla verändert mit seiner Technologie für Elektrofahrzeuge, autonome Fahrzeuge, Batterien und humanoide Roboter mehrere Branchen grundlegend.
  • Die Software für vollautonomes Fahren von Tesla wird in den kommenden Jahren steigende Gewinne generieren, da sich die Technologie kontinuierlich verbessert, was zur Einführung eines Robotaxi-Dienstes und einer zunehmenden Akzeptanz bei Tesla-Fahrern führen wird.
  • Der humanoide Roboter von Tesla schafft einen Mehrwert für die Aktionäre, da seine Fähigkeit, vielfältige Funktionen zu erfüllen, die Fertigung revolutioniert und den Verbrauchern zugutekommt.

TSLA-Pessimisten sagen

  • Traditionelle Automobilhersteller und neue Marktteilnehmer investieren massiv in die Entwicklung von Elektrofahrzeugen, was zu einem Rückgang der Auslieferungszahlen führen wird. Dies zwingt Tesla aufgrund des verschärften Wettbewerbs zu Preissenkungen, wodurch die Gewinnmargen geschmälert werden.
  • Teslas umfangreiche Investitionen in Software für autonomes Fahren werden wertvernichtend sein, da es bei der Entwicklung des Robotaxi-Produkts zu Verzögerungen kommen wird und das Unternehmen der Konkurrenz durch Waymo ausgesetzt sein wird, das bereits einen Robotaxi-Dienst anbietet.
  • Musks politische Aktivitäten werden die Verbraucher in wichtigen Märkten, darunter den USA und Europa, davon abhalten, einen Tesla zu kaufen, was zu geringeren Umsätzen und Gewinnen führen wird.

Dieser Artikel wurde von Irza Waraich zusammengestellt.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von Automatisierung erstellt und von Morningstar-Redakteuren überprüft. Erfahren Sie hier mehr Morningstars Einsatz von Automatisierung.

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