SpaceXs IPO: Milliardenverlust vor geplantem Börsengang

Die ersten veröffentlichten Finanzzahlen von Elon Musks Unternehmen verdeutlichen die Umsatzstärke von Starlink und die gestiegenen Ausgaben für KI.

Das SpaceX-Logo mit einem Raumschiff im Hintergrund.
Jon Shapley/Houston Chronicle via Getty

SpaceX hat am Mittwoch seinen lang erwarteten Börsengang beantragt und dabei für das vergangene Jahr einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden USD bei einem Umsatz von 18,7 Milliarden USD ausgewiesen.

Das Unternehmen von Elon Musk, das plant, unter dem Ticker SPCX an der Nasdaq notiert zu werden, wird voraussichtlich den größten Börsengang aller Zeiten durchführen. Berichten zufolge strebt es bei einem Emissionsvolumen von bis zu 75 Milliarden US-Dollar eine Bewertung von rund 1,75 Billionen US-Dollar an.

Sobald die SpaceX-Aktie in den Handel geht, wird sie unter die neue „Fast-Entry“-Regel der Nasdaq fallen und bereits nach fünfzehn Handelstagen automatisch in den Nasdaq-100 aufgenommen, was zu sogenannten „Zwangskäufen“ durch ETFs und Index-Fonds führt, die diesen Index nachbilden.

Im ersten Quartal 2026 verzeichnete SpaceX laut dem eingereichten Bericht bei einem Umsatz von 4,7 Milliarden US-Dollar einen Nettoverlust von 4,3 Milliarden US-Dollar, gegenüber einem Nettoverlust von 528 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 4,07 Milliarden US-Dollar im Vorjahresquartal. Außerdem wurde eine Verschuldung von 29,1 Milliarden US-Dollar zum Ende des ersten Quartals ausgewiesen.

Aus den Unterlagen geht hervor, wie stark SpaceX seine Investitionsausgaben erhöht hat. Das Unternehmen meldete für das erste Quartal Investitionsausgaben in Höhe von insgesamt 10,1 Milliarden US-Dollar, wovon 7,72 Milliarden US-Dollar auf den Bereich künstliche Intelligenz entfielen. Im ersten Quartal 2025 beliefen sich die Ausgaben von SpaceX auf 4,14 Milliarden US-Dollar – und im gesamten vergangenen Jahr auf 20,73 Milliarden US-Dollar.

Die liquiden Mittel in der Bilanz sind von 24,75 Milliarden US-Dollar zum Jahresende 2025 auf 15,85 Milliarden US-Dollar zum Ende des ersten Quartals gesunken. Der KI-Bereich von SpaceX verzeichnete im ersten Quartal einen Verlust von 2,5 Milliarden US-Dollar und im Jahr 2025 einen Verlust von 6,4 Milliarden US-Dollar, wie aus dem Bericht hervorgeht.

Starlink erweist sich als Umsatzmotor von SpaceX

Der Prospekt des Unternehmens bietet einen ersten geprüften Einblick in die Finanzlage von SpaceX und zeigt, wie Starlink – ebenso wie die vollständig aktienbasierte Fusion mit xAI unter Musk– die Finanzen des Unternehmens verändert hat. Laut den kürzlich veröffentlichten Finanzdaten machte das Starlink-Satelliten-Internetgeschäft von SpaceX im vergangenen Jahr fast 70 % des Unternehmensumsatzes aus.

In dem Bericht wird Starlink als wichtiger Umsatztreiber hervorgehoben; darin heißt es, dass das Unternehmen im ersten Quartal dieses Jahres rund 10,3 Millionen Abonnenten in 164 Ländern hatte und mehr als 9.600 Satelliten im Einsatz waren.

Musk, der sich lange Zeit gegen einen Börsengang des Unternehmens gewehrt hatte, wird durch ein System mit zwei Aktienklassen die Mehrheitskontrolle über SpaceX behalten. Laut der Meldung hält er derzeit 85,1 % der gesamten Stimmrechte.

In der vorläufigen Anmeldung wurden keine Einzelheiten zur Sperrfrist für die Führungskräfte und Directors von SpaceX sowie für bedeutende Aktionäre genannt. Musk hat zuvor erklärt, dass er keine Aktien verkaufen werde.

Der Börsengang dürfte den langjährigen Investoren von SpaceX Gewinne in Milliardenhöhe bescheren, von denen einige das Unternehmen bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten unterstützen. Zu den wichtigsten Investoren zählen Andreessen Horowitz (a16z), DFJ Growth, Founders Fund, Sequoia Capital, Valor Equity Partners (dessen Gründer, Antonio Gracias, dem Vorstand von SpaceX angehört), Thrive Capital und Vy Capital.

Auch große Vermögensverwalter, Investmentfonds und Pensionsfonds dürften davon profitieren. Zu diesen Investoren zählen Alphabet, Baillie Gifford, Blue Owl Capital, Brookfield Growth, Capricorn Investment Group, D1 Capital Partners, Fidelity, Gigafund, K5 Global, Kleiner Perkins, T. Rowe Price und der Ontario Teachers’ Pension Plan.

SpaceX wählte Goldman Sachs als federführenden Konsortialführer aus, gefolgt von Morgan Stanley, Bank of America Securities, Citigroup und JP Morgan als Teil einer Gruppe von insgesamt 23 Banken.

Anmerkung des Redakteurs: Dieser Artikel wurde ursprünglich auf PitchBook.com veröffentlicht.

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