Wichtige Morningstar-Metriken für Orsted
- Fair Value-Schätzung: 283 DKK
- Morningstar Rating: ★★★★
- Morningstar Economic Moat-Rating: Keine
- Morningstar Uncertainty Rating: Mittel
Der Verwaltungsrat von Orsted wird für den 5. September eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, um eine Bezugsrechtsemission im Wert von 60 Mrd. DKK oder 8,1 Mrd. EUR zu genehmigen. Der dänische Staat hat zugesagt, 50,1 % davon zu zeichnen, was seiner derzeitigen Beteiligung an dem Unternehmen entspricht.
Warum das wichtig ist: Die geplante Bezugsrechtsemission entspricht 46 % der Marktkapitalisierung des Konzerns. Sie ist auf den zusätzlichen Finanzierungsbedarf des Konzerns in Höhe von 40 Mrd. DKK zurückzuführen, nachdem der Verkauf des Offshore-Windparks Sunrise Wind in den USA aufgrund der ungünstigen Entwicklungen seit der Wahl Trumps gestoppt wurde.
- Geht man davon aus, dass die neuen Aktien mit einem Abschlag von 45 % ausgegeben werden, ergibt sich ein Wert der Vorzugszeichnungsrechte von 64 DKK bzw. 21 % des Aktienkurses vor der Ankündigung und die Ausgabe von 353 Millionen neuen Aktien, was einem Anstieg von 84 % entspricht. Dies führt zu einer Senkung unserer EPS-Schätzungen um 37 % im Zeitraum 2026-29.
- Das Unternehmen hob seine Prognose für die Investitionen 2025-27 von 130 auf 145 Mrd. DKK an, da es den Bau von Sunrise Wind vollständig finanzieren muss und die US-Zölle zu berücksichtigen sind.
Die Quintessenz: Unsere Annahme eines Abschlags von 45 % für neue Aktien und die Einbeziehung der Tarifauswirkungen führt zu einer Verringerung unserer Fair Value-Schätzung um 29 % auf 283 DKK. Damit verbleibt ein gutes Aufwärtspotenzial für den Aktienkurs von 213 DKK zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts.
- Letzteres bedeutet, dass die neuen Aktien mit einem Abschlag von 60 % ausgegeben werden, was zu pessimistisch erscheint. Da die Aktien 77 % unter ihrem Höchststand von Anfang 2022 liegen, kommt diese Bezugsrechtsemission zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Andere große Projektentwickler für erneuerbare Energien wie RWE oder EDPR haben den Markt zu viel besseren Bedingungen erschlossen.
- Dennoch kann man dem im Februar ernannten neuen CEO nicht vorwerfen, dass er nicht früher gehandelt hat. Die Bezugsrechtsemission ist zwar schmerzhaft, beseitigt aber die Ungewissheit und verbessert das Risiko-Ertrags-Profil erheblich.
Das große Ganze: Über eine Bezugsrechtsemission wurde spekuliert, seit 2023 Probleme mit der Offshore-Windkraft in den USA auftraten. Um dies zu vermeiden, setzte der Konzern seine Dividende aus und startete einen umfangreichen Veräußerungsplan, der letztlich von der Trump-Administration vereitelt wurde.
Orsted hat seine EBITDA-Prognose für 2026 von 29-33 Mrd. DKK auf über 32 Mrd. EUR gesenkt, da die Einnahmen aus dem Verkauf von Sunrise Wind nicht in den Bauvertrag einfließen und der Verkauf von Greater Changhua 2 früher abgeschlossen wird. Die neue Prognose liegt nicht weit von unseren 29 Mrd. DKK entfernt.
Das Unternehmen setzte seine EBITDA-Prognose für 2027 auf über 32 Mrd. DKK fest, was mit dem vom Unternehmen ermittelten Konsens von 32,6 Mrd. DKK übereinstimmt, aber über unserer Prognose von 29 Mrd. DKK ohne Berücksichtigung von Investitionssteuergutschriften liegt.
Schließlich veröffentlichte das Unternehmen Ergebnisse für das zweite Quartal, die über dem vom Unternehmen ermittelten Konsens lagen, und bestätigte seine Prognose für 2025.

