Nvidia-Aktie vor Quartalszahlen kaufen, verkaufen - oder ist sie fair bewertet?

Wir rechnen mit einem weiteren Quartal, in dem die Erwartungen übertroffen und die Prognosen angehoben werden, und beobachten dabei die Roadmap sowie die Diskussionen über Finanzierungen und Partnerschaften .

Das Nvidia-Logo ist am Hauptsitz zu sehen.
Justin Sullivan via Getty

Nvidia wird am 26. August seinen Gewinnbericht für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 veröffentlichen. Hier ist die Einschätzung von Morningstar zu den Gewinnen und den Aussichten für die Aktie von Nvidia.

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Nvidia

  • Fair Value-Schätzung
    : 280,00 USD
  • Morningstar Rating™
    : ★★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Breit
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Sehr hoch

Termin der Veröffentlichung der Gewinne

  • Mittwoch, 26. August, nach Börsenschluss

Worauf Sie bei den Gewinnen für das zweite Quartal achten sollten

  • Angesichts der starken Investitionstrends bei Hyperscalern und Unternehmen rechnen wir mit einem weiteren Quartal, in dem die Erwartungen übertroffen und die Prognosen angehoben werden. Nvidia dürfte im Kalenderjahr 2026 – das entspricht im Wesentlichen dem Geschäftsjahr 2027 – Einnahmen im Data Center-Bereich von deutlich über 300 Milliarden US-Dollar erzielen und im Geschäftsjahr 2028 möglicherweise sogar über 500 Milliarden US-Dollar. Wir erwarten, dass es Neuigkeiten bezüglich der Verkäufe (oder des Ausbleibens von Verkäufen) nach China geben wird.
  • Wir werden den Quartalsbericht heranziehen, um das Tempo der Expansion von Nvidia sowie die Roadmap des Unternehmens einzuschätzen. Es gibt Berichte, wonach Rubin Ultra, das für Ende 2027 vorgesehen ist, zwar noch auf den Markt kommen, jedoch nicht alle ehrgeizigen technologischen Ziele von Nvidia erfüllen wird.
  • Das vielleicht umstrittenste Thema ist die Finanzierung und Unterstützung bestimmter Partner durch Nvidia, darunter die kürzlich angekündigte Mobilisierung großer Asset Manager im Umfang von 500 Milliarden US-Dollar für Investitionen in Künstliche Intelligenz. Wir vertrauen darauf, dass Nvidia darlegen wird, warum es solche Partnerschaften eingeht und/oder bestimmte Unternehmen finanziell unterstützt.
  • Die kleinen Verträge des Unternehmens mit Sharon AI und Firmus deuten auf ein neues Modell der Einnahmen hin, bei dem Nvidia diese KI-Ausbaumaßnahmen finanziell absichert. Wir möchten gerne mehr über diese Verträge erfahren und wissen, ob größere, ähnliche Verträge (beispielsweise mit OpenAI) zu erwarten sind.
  • Wir sehen keinerlei Risiko für den Wettbewerbsvorsprung von Nvidia. Die überlegene GPU-Hardware des Unternehmens für KI, sein Software-Ökosystem rund um Cuda sowie seine Fachkompetenz für Netzwerke und Interkonnektivität sorgen dafür, dass das Unternehmen bei KI-Anwendungen weiterhin eine Vorreiterrolle einnimmt.
  • Die Nvidia-Aktie erscheint uns unterbewertet. Es scheint, als hätten sich die Anleger von dieser Aktie abgewandt und sich stattdessen einer Vielzahl anderer „Picks-and-Shovels“-Titel für KI in den Bereichen Speicher und optische Halbleiter zugewandt. Wir sehen weiterhin Aufwärtspotenzial für die Nvidia-Aktie, solange das Unternehmen auf Kurs bleibt, seine kurz- und mittelfristigen Einnahmenziele zu erreichen.

Im Folgenden finden Sie Auszüge aus dem Unternehmensbericht von Morningstar zur Nvidia-Aktie.

Fair Value-Schätzung

Angesichts ihres 4-Sterne-Ratinges sind wir der Ansicht, dass die Nvidia-Aktie im Vergleich zu unserer langfristigen Fair Value-Schätzung von 280 US-Dollar pro Aktie moderat unterbewertet ist. Unsere Fair Value-Schätzung und der Aktienkurs der Nvidia-Aktie werden – im Guten wie im Schlechten – von den Aussichten des Unternehmens im Bereich Data Center und KI-GPUs bestimmt. Das Data Center-Geschäft von Nvidia verzeichnet bereits ein exponentielles Wachstum: Der Umsatz stieg von 3 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2020 auf 194 Milliarden US-Dollar im Geschäftsjahr 2026, und wir schätzen, dass er im Geschäftsjahr 2027 bei 361 Milliarden US-Dollar liegen wird, was einem jährlichen Wachstum von 86 Prozent entspricht.

Nvidia gab auf seiner GTC-Konferenz im März 2026 bekannt, dass es für den Zeitraum vom Beginn des Kalenderjahres 2025 bis zum Ende des Kalenderjahres 2027 großes Vertrauen in kumulierte Einnahmen von 1 Billion US-Dollar für seine Blackwell- und Rubin-Produkte hat. Wir gehen davon aus, dass das im Kalenderjahr 2027 (das faktisch dem Geschäftsjahr 2028 entspricht) Einnahmen von über 500 Milliarden US-Dollar bedeutet. Angesichts der Beschleunigung der KI-Investitionen, die wir innerhalb der Branche 2026 erwarten, gehen wir für das Geschäftsjahr 2027 von einem Gesamtumsatzwachstum von 80 Prozent für Nvidia aus. Auch wenn diese Prozentsätze Spitzenwerte darstellen – da es für Nvidia mit zunehmender Umsatzbasis schwieriger werden wird, derart hohe Wachstumsraten zu erzielen –, rechnen wir dennoch mit einem robusten Wachstum für Nvidia in den kommenden Jahren.

Erfahren Sie mehr über die Fair Value-Schätzung von Nvidia.

Economic Moat Rating

Wir schreiben Nvidia einen breiten Economic Moat zu, der auf immateriellem Anlagevermögen im Zusammenhang mit seinen Grafikprozessoren sowie auf hohen Wechselkosten für Kunden im Zusammenhang mit seiner proprietären Software Cuda für KI-Tools beruht, die es Entwicklern ermöglicht, Nvidias GPUs zur Erstellung von KI-Modellen zu nutzen. Nvidia hat sich als klarer Marktführer bei diskreten GPUs etabliert. Wir führen die Führungsposition von Nvidia auf immaterielles Anlagevermögen im Zusammenhang mit dem GPU-Design sowie auf die dazugehörige Software, Frameworks und Tools zurück, die Entwickler für die Arbeit mit diesen GPUs benötigen.

Erfahren Sie mehr über den Economic Moat von Nvidia.

Finanzkraft

Nvidia verfügt über eine hervorragende Finanzlage. Im Oktober 2025 verfügte das Unternehmen über 60,6 Milliarden US-Dollar an Barmitteln und Kapitalanlagen, während sich die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten auf 8,5 Milliarden US-Dollar beliefen. Halbleiterunternehmen halten in der Regel hohe Barguthaben vor, um die Konjunkturzyklen der Chipindustrie besser bewältigen zu können. In Abschwungphasen bieten diese Barguthaben ihnen ein Sicherheitspolster und die Flexibilität, weiterhin in Forschung und Entwicklung zu investieren – was für die Aufrechterhaltung ihrer Wettbewerbs- und Technologieführerschaft unerlässlich ist. Nvidia verfügt über mehr als genug Liquiditätspolster, um Konjunkturabschwünge zu bewältigen, und es fällt uns schwer, andere Verwendungsmöglichkeiten für diese Liquiditätsüberschüsse als Aktienrückkäufe zu erkennen. Die Dividende von Nvidia ist im Verhältnis zu seiner finanziellen Solidität und den Zukunftsaussichten praktisch unerheblich.

Erfahren Sie mehr über die Finanzkraft von Nvidia.

Risiko und Unsicherheit

Wir stufen Nvidia aufgrund des noch jungen KI-Marktes mit einem sehr hohen Unsicherheitsrating ein. Wir gehen davon aus, dass die Bewertung von Nvidia – im Guten wie im Schlechten – von seiner Fähigkeit abhängt, im KI-Bereich zu wachsen. Das größte Risiko liegt unserer Ansicht nach im Tempo der KI-Investitionen. Nvidia profitierte in den letzten Jahren vom exponentiellen Wachstum im KI-Bereich, doch diese Ausgaben stammen von einer Handvoll Kunden, und diese haben alle einen Anreiz, ihre Investitionen im Laufe der Zeit zu optimieren, wenn nicht sogar zu reduzieren. Im Rahmen dieser KI-Ausbaumaßnahmen gehen wir zudem davon aus, dass führende Technologieunternehmen zumindest für einen Teil ihrer Arbeitslasten auf selbst entwickelte Chips zurückgreifen werden. Die TPUs von Google sowie die Trainium- und Inferentia-Chips von Amazon wurden speziell für KI-Anwendungen entwickelt.

Eine Diversifikation ist ebenfalls möglich, und unter den bestehenden Halbleiter-Lieferanten baut AMD sein GPU-Portfolio rasch aus, um die führenden Cloud-Anbieter zu bedienen. Wir rechnen zudem mit geopolitischen Risiken und Unsicherheiten, insbesondere im Zusammenhang mit US-amerikanischen Beschränkungen, die Nvidia zeitweise daran gehindert haben, seine KI-Produkte nach China zu verkaufen.

Erfahren Sie mehr über das Risiko und die Unsicherheit bei Nvidia.

NVDA-Bullen sagen

  • Das Potenzial im Bereich der KI-Infrastruktur ist enorm, und Nvidia rechnet bis 2030 mit jährlichen Infrastrukturausgaben für KI in Höhe von 3.000 bis 4.000 Milliarden US-Dollar.
  • Die GPUs für Data Centers sowie die Cuda-Softwareplattform von Nvidia haben das Unternehmen als marktbeherrschenden Lieferanten für das Training und die Inferenz von KI-Modellen etabliert.
  • Nvidia verzeichnet im Bereich KI ein erfreuliches Wachstum und liefert nicht nur branchenführende GPUs, sondern expandiert auch in die Bereiche Netzwerke, Software und Dienstleistungen, um die GPUs zu noch leistungsstärkeren Clustern zu verbinden.

NVDA-Bären sagen

  • Zu den Kunden von Nvidia zählen einige der größten Technologieunternehmen der Welt, und sie alle haben Anreize, ihre Lieferantenbasis im Laufe der Zeit bis zu einem gewissen Grad von Nvidia weg zu diversifizieren.
  • Die Infrastrukturausgaben für KI sind zwar beeindruckend, doch die Einnahmen und Anwendungsfälle sind weniger sicher, was Zweifel an einer guten Rendite der KI-Investitionen aufkommen lässt, was wiederum zu einem Rückgang der Infrastrukturausgaben führen könnte.
  • Geopolitische Faktoren haben Einzug in den KI-Bereich gehalten und schränken insbesondere die KI-Möglichkeiten von Nvidia in China ein.

Dieser Artikel wurde von Irza Waraich zusammengestellt.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von Automatisierung erstellt und von Morningstar-Redakteuren überprüft. Erfahren Sie hier mehr Morningstars Einsatz von Automatisierung.

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