Nvidia-Aktie fällt nach OpenAI-Deal: Warum die Aktie weiterhin unterbewertet ist

Wir sind der Meinung, dass die Nvidia-Aktie leicht unterbewertet ist.

Das Nvidia-Logo ist am Hauptsitz des Unternehmens zu sehen.
Justin Sullivan via Getty

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Nvidia

  • Fair Value-Schätzung
    : 280 USD
  • Morningstar Rating
    : ★★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Breit
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Sehr hoch

Das „Wall Street Journal“ berichtete, dass Nvidia (NVDA) derzeit Gespräche führt, um OpenAI im Rahmen eines groß angelegten Rechenzentrumsprojekts in Ohio eine Kreditabsicherung in Höhe von rund 250 Milliarden USD zu gewähren. Dem Bericht zufolge soll diese Absicherung es OpenAI, das sich nach wie vor in Privatbesitz befindet, ermöglichen, Finanzierungen zu günstigeren Konditionen aufzunehmen.

Warum das wichtig ist: Die Nvidia-Aktie gab am 27. Juli 2026 um etwa 5 Prozent nach, vermutlich aufgrund dieser Nachricht, da sie die Befürchtungen der Anleger vor sogenannten „Circular Deals“ schürt, die an den Dotcom-Crash Anfang der 2000er Jahre erinnern.

  • Wir sind weiterhin der Ansicht, dass Anleger sich solcher Geschäfte bewusst sein sollten, sehen den Bericht jedoch nicht als Anzeichen dafür, dass die Nachfrage nach KI eine Illusion ist. Die Nutzung von KI-Token steigt weiterhin exponentiell an, während KI-Hosting-Unternehmen offenbar mit Engpässen bei den Rechenkapazitäten zu kämpfen haben.

Fazit: Wir behalten unsere Fair Value-Schätzung von 280 USD für Nvidia bei. Das Unternehmen verfügt über einen breiten wirtschaftlichen Burggraben, und die Aktie erscheint uns weiterhin unterbewertet.

  • Angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit hoher KI-Investitionen in naher und mittlerer Zukunft (und wahrscheinlich auch langfristig) sind wir der Ansicht, dass die Wachstumsaussichten von Nvidia unterschätzt werden.
  • Die jüngste Anhebung der Marktprognose für Server-CPUs durch AMD deutet unseres Erachtens darauf hin, dass agentische KI stark nachgefragt wird und in den kommenden Jahren deutlich mehr KI-Infrastruktur benötigt werden dürfte.

Zwischen den Zeilen: Nach unserem Verständnis bietet Nvidia einigen „Neoclouds“ Absicherungen an, die es ihnen ermöglichen, bessere Finanzierungsbedingungen für den Ausbau zu erhalten – im Gegenzug dafür, dass sie einen Teil ihrer KI-Hosting-Einnahmen mit Nvidia teilen. Sharon AI und Firmus sind zwei Beispiele für solche Vereinbarungen von Nvidia.

  • Ein ähnlicher Deal mit OpenAI wäre zwar deutlich größer und stünde stärker im Rampenlicht, würde aber unserer Ansicht nach voll und ganz zu Nvidias übergeordneter Strategie passen, das KI-Ökosystem für alle Beteiligten zu fördern und weiterzuentwickeln.
  • Dadurch kann Nvidia mehr KI-Hardware verkaufen. Zudem ist eine stärkere Nutzung von KI – von Chatbots über agentische KI bis hin zu physischer KI – für Nvidia langfristig von Vorteil.

Anmerkung des Redakteurs: Diese Analyse wurde ursprünglich als Aktienkommentar von Morningstar Equity Research veröffentlicht.

Der Autor/Autorin oder die Autoren besitzen keine Aktien der in diesem Artikel erwähnten Wertpapiere. Informieren Sie sich hier Redaktions-Richtlinien von Morningstar.