Merck: Unsere Einschätzung zur Aktie nach den Quartalszahlen

Starke Process- und Halbleiterlösungen treiben die Prognose nach oben. Der faire Wert steigt um 7 Prozent.

Collage-Illustration für das Gesundheitswesen mit einer Pillenflasche.

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Merck

  • Fair Value-Schätzung
    : 158 Euro
  • Morningstar Rating
    : ★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Schmal
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Mittel

Unsere Einschätzung der Merck-Ergebnisse

Merck MRK KGaA erzielte im zweiten Quartal ein organisches Wachstum von 4,1 Prozent, getragen durch die Segmente Life Science und Elektronics. Die bereinigte EBITDA-Marge stieg im ersten Halbjahr von 28,5 Prozent auf 29,6 Prozent. Das Management hob seine Prognose für das Gesamtjahr an.

Warum das wichtig ist: Die Guidance wurde aufgrund der starken Ergebnisse in den Bereichen Life Science und Elektronics angehoben. Beide bilden das Fundament unserer langfristigen Wachstumsannahmen und entwickelten sich im Rahmen unserer Erwartungen. Das Healthcare-Geschäft verzeichnete zwar einen Rückgang, doch der Sparte für seltene Krankheiten wies ein solides Wachstum auf. Wir gehen davon aus, dass dieses in den kommenden Jahren die rückläufigen Umsätze mit etablierten Medikamenten ausgleichen wird.

  • Der Bereich Process Solutions war der wichtigste Treiber im Life-Science-Segment und sah eine anhaltende Dynamik bei den Pharmakunden. Die Bereiche Discovery und Applied Solutions etzte den Trend eines niedrigen einstelligen Wachstums fort, da die Nachfrage aus dem akademischen Bereich sowie die Investitionen in Laborinstrumente weiterhin verhalten blieben.
  • Die bereinigte EBITDA-Marge stieg von 28,5 Prozent im ersten Halbjahr auf 29,6 Prozent, getragen von operativen Skaleneffekten in den Bereichen Life Science und Electronics. Letzterer profitierte von der anhaltend hohen Nachfrage nach Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz sowie nach modernen Fertigungstechnologien für Halbleiter, was das Wachstum bei Materialien stützte. Die Margenentwicklung ist ermutigend und steht im Einklang mit unserem mittelfristigen Ausblick einer EBITDA-Marge von über 30 Prozent.

Fazit: Wir erhöhen unsere Fair Value-Schätzung für die Merck KGaA von 147 Euro auf 158 Euro. Grund sind stärkere kurzfristige Wachstumsannahmen für die Geschäftsbereiche Process Solutions und Semiconductor Solutions, während wir unsere langfristigen Annahmen unverändert beibehalten. Die Aktie erscheint nach unserer Einschätzung fair bewertet.

  • Die anhaltende Dynamik in den Bereichen Life Science und Elektronics bestärkt uns in unserer langfristigen Einschätzung eines starken Wachstums für diese Segmente von 7 Prozent bzw. 6 Prozent in den nächsten 10 Jahren. as Healthcare-Geschäft dürfte aus unserer Sicht ein stabiler Cashflow-Generator bleiben, während die Medikamentenpipeline schrittweise aufgefüllt wird.
  • Wir betrachten die Übernahme des Unternehmens Bio-Techne mit einem schmalen wirtschaftlichen Burggraben als strategisch sinnvoll. Sie stärkt Mercks Position in den Bereichen Proteinwissenschaften, Zell- und Gentherapien sowie wachstumsstarken Feldern wie der räumlichen Biologie (Spatial Biology). Angesichts erwarteter Kostensynergien von 140 Millionen Euro halten wir ein Enterprise-Value-zu-EBITDA-Verhältnis nach Synergien von 17,5 für angemessen.

Anmerkung des Redakteurs: Diese Analyse wurde ursprünglich als Aktienkommentar von Morningstar Equity Research veröffentlicht.

Der Autor/Autorin oder die Autoren besitzen keine Aktien der in diesem Artikel erwähnten Wertpapiere. Informieren Sie sich hier Redaktions-Richtlinien von Morningstar.