Kurseinbruch führt zu Kaufgelegenheit in Alphabet - KI-Experten verlassen den Konzern

Wir sind der Meinung, dass die Alphabet-Aktie nun leicht unterbewertet ist.

A view of Google Headquarters.
Tayfun Coskun/Anadolu via Getty

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Alphabet

  • Fair Value-Schätzung
    : USD 433
  • Morningstar Rating
    : ★★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Breit
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Mittel

Die Alphabet-Aktie GOOGL gab in der vergangenen Woche um mehr als 5 Prozent nach, weil mit John Jumper und Noam Shazeer zwei hochrangige Forscher im Bereich der künstlichen Intelligenz das Unternehmen verlassen. Sie wollen sich Anthropic bzw. OpenAI anschließen.

Warum das wichtig ist: Jumper erhielt gemeinsam mit Demis Hassabis den Nobelpreis für seine Arbeit an AlphaFold, und Shazeer war einer der ursprünglichen Autoren der bahnbrechenden „Transformers“-Veröffentlichung aus dem Jahr 2017. Der Verlust beider Forscher an Wettbewerber hat bei Anlegern die Sorge geweckt, dass Alphabet in der KI-Strategie hinter die Konkurrenz zurückfällt.

  • Ttrotz dieser Abgänge bleiben die Vorteile von Alphabet im Bereich der KI unserer Ansicht nach aber bestehen. Das Unternehmen verfügt über einen integrierten KI-Stack, der von Energie (Übernahme von Intersect) über Chips (eigene TPUs) und Infrastruktur (Google Cloud) bis hin zu Modellen (Gemini) und Anwendungen (Suche, YouTube) reicht.
  • Wir sehen in jedem Teil des Stacks eine Chance für Alphabet, entweder Kosten einzusparen oder den Umsatz des Unternehmens zu steigern. Damit ist in den kommenden Zeitperioden starkes Wachstum und hohe Ertragskraft zu erwarten.

Fazit: Mit dem breiten Wettbewerbsvorteil von Alphabet bekräftigen wir unsere Fair Value-Schätzung von 433 USD. Da der Aktienkurs deutlich nachgegeben hat, bewegt er sich nun im 4-Sterne-Bereich. Wir halten die aktuellen Bewertungen für attraktiv für Anleger, die ein Engagement in hochwertiger KI suchen.

  • Besonders bemerkenswert ist, dass die fortgesetzte Partnerschaft von Alphabet mit Anthropic die Risiken auf der Modellebene jenseits von Gemini verringert. Damit kann Alphabet seinen Umsatz steigern und gleichzeitig seine Forschungsschwerpunkte für längerfristige Projekte wie Robotik und Kernfusion stärken.

Das große Ganze: Wir sehen hier auch einen Unterschied in den Zeithorizonten. Anthropic muss, ähnlich wie OpenAI, bereits heute Umsatz generieren, da es bestrebt ist, seinen Anteil an der Rechenleistung für Inferenz zu erhöhen und mit seinen bestehenden Modellen Umsatz zu erzielen.

  • Alphabet hingegen kann Rechenleistung an Anthropic verkaufen. Gleichzeitig kann der Konzern Gemini wettbewerbsfähig halten und sich auf längerfristige Investitionen konzentrieren. Diese werden sich zwar voraussichtlich erst in Jahren und nicht in Monaten auszahlen. Bei Erfolg versprechen sie aber auch asymmetrische Renditen.

Anmerkung des Redakteurs: Diese Analyse wurde ursprünglich als Aktienkommentar von Morningstar Equity Research veröffentlicht.

Der Autor/Autorin oder die Autoren besitzen keine Aktien der in diesem Artikel erwähnten Wertpapiere. Informieren Sie sich hier Redaktions-Richtlinien von Morningstar.