Der Goldpreis fällt weiter. Mit derzeit rund 4.200 US-Dollar pro Unze liegt er 13 Prozent unter dem Stand zum Zeitpunkt unserer letzten Aktualisierung. Die Abflüsse aus ETFs haben sich beschleunigt, was deren Tendenz entspricht, prozyklisch zu sein. Privatanleger ziehen derzeit verstärkt Geld aus Gold-ETFs ab. Deshalb müssen die Fondsanbieter Gold verkaufen, was den Goldpreis belastet. Gleichzeitig kaufen Zentralbanken weiterhin große Mengen Gold und federn diesen Effekt teilweise ab.
Warum das wichtig ist: Auf Basis der Terminkurve gehen wir nun davon aus, dass der Goldpreis von 2026 bis 2028 im Durchschnitt bei rund 4.400 USD liegen wird (zuvor 4.900 USD). Unser angenommener Preis zur Mitte des Zyklus bleibt jedoch ab 2030 bei etwa 2.050 USD, basierend auf unserer Schätzung der langfristigen Grenzkosten der Produktion.
Fazit: Da der Preis der wichtigste Treiber für die Gewinne ist, werden die von uns ermittelten fairen Werte für die von uns beobachteten Goldminenunternehmen durchweg gesenkt. Sie bleiben teuer, da die Aktien zwischen 30 Prozent und 180 Prozent über dem fairen Wert gehandelt werden, während der Markt davon ausgeht, dass sich der sehr starke Gold-Bullenmarkt der letzten Jahre fortsetzen wird.
- Die Fair Value-Schätzung für Evolution (No Moat) sinkt am wenigsten, nämlich um 4 Prozent auf 4,50 AUD pro Aktie. Unsere Fair Value-Schätzungen für die Unternehmen Northern Star und Perseus (beide mit No-Moat-Rating) sinken um 5 Prozent auf 14,20 AUD bzw. um 6 Prozent auf 3,00 AUD.
- Auch Agnico Eagle und Barrick verzeichnen jeweils einen Rückgang um 6 Prozent auf 87 USD bzw. 29 USD pro Aktie, während unsere Schätzungen für die ebenfalls ohne Wettbewerbsvorteil agierenden Unternehmen Kinross und Newmont um jeweils 7 Prozent auf 9,30 USD bzw. 67,00 USD gesenkt werden.
Gesamtbild: Trotz der jüngsten Rückgänge liegt der Goldpreis seit Ende 2022 immer noch um etwa 150 Prozent höher – bedingt durch Sorgen um Zölle, geopolitische Probleme, Haushaltsdefizite und Verschuldung westlicher Regierungen sowie einen schwächeren US-Dollar. Er liegt weiterhin deutlich über den historischen Preisen und der Grenzkosten.
- Die hohen Preise treiben die Fusions- und Übernahmeaktivitäten stark voran und bieten gleichzeitig Anreize für organisches Wachstum. So wird beispielsweise Northern Star vom aktivistischen Investor Elliott unter Druck gesetzt, das Unternehmen ganz oder teilweise zu verkaufen.
- Agnico Eagle hat seine Präsenz in Finnland ausgebaut und gleichzeitig Wachstumsprojekte vorangetrieben, darunter die kürzlich getroffene Entscheidung, die Erschließung des Hope-Bay-Projekts im Norden Kanadas fortzusetzen.

