Europas IPO-Pipeline halbiert sich fast, KI könnte neue Börsengänge ankurbeln

Die Zahl der potenziellen Börsengänge in Europa ist deutlich zurückgegangen.

Collage-Illustration mit "IPO" in der Mitte, umgeben von nach oben und nach unten zeigenden Dreiecken, mit Abbildungen eines Gebäudes und von Münzen.

Der Kreis der europäischen Unternehmen, die einen Börsengang anstreben, hat sich in diesem Jahr erheblich verkleinert, obwohl das Zeitfenster dafür weiterhin offen geblieben ist. Nun wird erwartet, dass KI-Unternehmen die nächste Welle anführen.

Die jüngste Analystenmitteilung von PitchBook zum europäischen IPO-Markt zeigt, dass eine günstige Kombination aus geringer Volatilität, unterstützenden Bewertungen und einer stabilen Zinspolitik das Emissionsvolumen begünstigt hat: Bislang wurden in diesem Jahr 87 Börsengänge verzeichnet, wobei die Zahl im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 28,9 Prozent gestiegen ist.

Gleichzeitig hat sich die Liste an potenziellen Börsengängen fast halbiert. Nur noch bei 223 Unternehmen in Europa gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Börsengang – ein Rückgang um 40,2 Prozent gegenüber den 373 Unternehmen, die im PitchBook-Ausblick für 2025 genannt wurden. Nur bei 10 dieser Unternehmen ist ein Börsengang zu mehr als 90 Prozent wahrscheinlich, verglichen mit 32 vor einem Jahr. Darüber hinaus beläuft sich ihre Gesamtbewertung auf rund 232 Milliarden Euro, wobei mit Revolut ein einziges der Unternehmen den Löwenanteil von 200 Milliarden Euro ausmacht.

Die Zusammensetzung der verbleibenden Pipeline entspricht im Großen und Ganzen derjenigen von 2025, wobei britische Unternehmen neben Biotech- und Pharmaunternehmen die stärksten Rückgänge bei den Börsengangskandidaten verzeichneten. Auch in Deutschland und im Softwarebereich war ein deutlicher Rückgang bei der Anzahl der Pipeline-Projekte zu verzeichnen.

Die Zukunft der IPO-Pipeline liegt möglicherweise in der künstlichen Intelligenz, da solche Unternehmen ein Drittel der Kandidaten ausmachen. In Europa gibt es 72 KI-IPO-Kandidaten, darunter sieben, bei denen die Wahrscheinlichkeit für einen Börsengang bei 90 Prozent oder mehr liegt.

Zu den nach Marktkapitalisierung führenden KI-Unternehmen zählen Unternehmen aus verschiedenen Branchen, darunter Robotik und Drohnen für das Militär, Big Data, Cybersicherheit, Agrartechnologie und Fintech. Nach Ländern betrachtet befinden sich 37,5 Prozent der europäischen KI-Börsengangskandidaten im Vereinigten Königreich, gefolgt von 18,1 Prozent in Frankreich und 8,3 Prozent in Deutschland.

PitchBook erwartet, dass der Anteil solcher Kandidaten mit zunehmender Reife des europäischen KI-Ökosystems weiter steigen wird. Die nächste Generation von Börsengängen werde wahrscheinlich stärker auf Technologie ausgerichtet sein als die letzte.

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