BMW: Prognose gesenkt, Gegenwind aus China verzögert Erholung

Wir sind der Ansicht, dass die BMW Group-Aktie leicht unterbewertet ist.

A BMW logo of the BMW i7 electric car.
Indranil Aditya/NurPhoto via Getty

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für die BMW Group

  • Fair Value-Schätzung
    : 80 EUR
  • Morningstar Rating
    : ★★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Keins
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Sehr hoch

BMW hat seine Prognose für die EBIT-Marge im Automobilbereich für 2026 von 4 %–6 % auf 1 %–3 % gesenkt und erwartet einen freien Cashflow von über 2,5 Mrd. EUR. Die Herabstufung spiegelt die sich beschleunigende Schwäche in China wider sowie Belastungen durch Energiekosten und Restrukturierungskosten in der zweiten Jahreshälfte. Die Aktie gab nach der Bekanntgabe am 16. Juni nach.

Warum das wichtig ist: Der Wettbewerbsdruck in China nimmt weiter zu, wobei sich die Marktbedingungen im Vergleich zu 2025 weiter verschlechtern. Das geschieht zu einem kritischen Zeitpunkt für BMW, kurz vor der Einführung der „Neuen Klasse“, von der erwartet wird, dass sie die Technologielücke gegenüber den chinesischen Erstausrüstern verringert.

  • Eine weitere Umstrukturierung der chinesischen Geschäftsaktivitäten von BMW scheint gerechtfertigt, da wir nicht davon ausgehen, dass das Unternehmen in der Region wieder ein nennenswertes Absatzwachstum erzielen wird. Die damit verbundenen Aufwendungen werden zwar das kurzfristige Ergebnis und den Cashflow belasten, sollten jedoch eine schnellere Erholung der Rentabilität unterstützen, sobald die „Neue Klasse“-Modelle eingeführt werden.
  • Die Entscheidung, die Umstrukturierung zu beschleunigen, sehen wir im Einklang mit dem bewährten Ansatz von BMW beim Kostenmanagement. Das Unternehmen hat eine starke Erfolgsbilanz bei der Umsetzung angekündigter Effizienzprogramme, und wir stufen die Belastung als weitgehend einmalig ein.

Fazit: Wir senken unsere Fair Value-Schätzung für das Unternehmen, das keinen Economic Moat hat, von 103 EUR/40 USD auf 80 EUR/31 USD pro Aktie. Die schwächere Nachfrage in China und die restrukturierungsbedingten Kosten verzögern die von uns erwartete Erholung der Margen und des freien Cashflows im Automobilbereich bis ins Jahr 2027. Trotz der Senkung unserer Fair Value-Schätzung betrachten wir die Aktie weiterhin als unterbewertet.

  • Unsere revidierte Fair Value-Schätzung reflektiert niedrigere Annahmen für die Auslieferungen in China und die Preisgestaltung in den Jahren 2026 und 2027, die sich danach auf einem Niveau stabilisieren werden, das deutlich unter den Höchstständen liegt, die zwischen 2021 und 2023 erreicht wurden. Zudem berücksichtigen wir Restrukturierungskosten in Höhe von rund 700 Mio. EUR.
  • Der Kapitalmarkttag von BMW im September dürfte mehr Klarheit über die jüngsten Entwicklungen schaffen. Angesichts des fortgeschrittenen Stadiums der Einführung der „Neuen Klasse“ erwarten wir keine strategischen Kehrtwenden.

Anmerkung des Redakteurs: Diese Analyse wurde ursprünglich als Aktienkommentar von Morningstar Equity Research veröffentlicht.

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