BASF-Aktie: Morningstar senkt Fair Value-Schätzung – und sieht Druck auf Chemiebranche

Wir sind der Meinung, dass die BASF-Aktie fair bewertet ist.

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Bildagentur-online/Schoening via Getty

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für BASF

  • Fair Value-Schätzung
    : 55 Euro
  • Morningstar Rating
    : ★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Keins
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Mittel

Wir übertragen die Analystenabdeckung von BASF BAS, Dow und LyondellBasell, die zu den weltweit größten Herstellern von Grundchemikalien zählen. Diese Unternehmen schaffen vor allem dadurch Wert, dass sie Öl und flüssige Erdgasbestandteile zu höherwertigen Kunststoffen, Polymeren, Schaumstoffen und Additiven für eine Vielzahl von Endmärkten weiterverarbeiten.

Fazit: Wir senken unsere Fair Value-Schätzung für BASF von 61 Euro auf 55 Euro, für Dow von 48 USD auf 32 USD und für LyondellBasell von 95 USD auf 75 USD. Wir gehen davon aus, dass die Rückkehr auf ein Niveau zur Zyklusmitte nur allmählich erfolgen wird und dieses Niveau strukturell niedriger ausfallen dürfte als in früheren Zyklen. Hauptgrund dafür sind die Überkapazitäten in China.

  • Wir senken das „Moat“-Rating von Dow auf „No Moat“. Produktionskapazitäten in Regionen außerhalb Nordamerikas und des Nahen Ostens sehen wir als Nachteil an. Unserer Einschätzung nach ist Dow zu stark von der kostenintensiven Produktion in Europa abhängig. Angesichts der strukturell schwachen Industrienachfrage untergräbt dies einen potenziellen Wettbewerbsvorteil.
  • Für BASF und LyondellBasell bestätigen wir unsere Economic Moat Ratings von „None“ beziehungsweise „Narrow“. Auch das Morningstar Capital Allocation Rating für LyondellBasell bleibt unverändert bei „Standard“. Für Dow senken wir das Capital Allocation Rating auf „Poor“, während wir BASF auf „Standard“ hochstufen.

Das große Ganze: Der Konflikt im Nahen Osten hat zwar vorübergehend für Entlastung bei den Preisen für Basischemikalien gesorgt. Wir sehen darin jedoch keine Lösung für die Überkapazitäten, die die Branche seit drei Jahren belasten.

  • Das größte Aufwärtspotenzial sehen wir bei LyondellBasell, nachdem das Unternehmen umfangreiche Produktionskapazitäten in Europa geschlossen hat. Dadurch werden Mittel frei, mit denen LyondellBasell seine Dividende sichern und seine Bilanz stärken kann. Gleichzeitig verbessert sich die Wettbewerbsposition des Unternehmens. Diese Maßnahmen dürften zu einer Neubewertung der Aktie führen.
  • Letztlich sind weitere Kapazitätsschließungen und ein langsamerer Ausbau neuer Kapazitäten erforderlich, damit die Branche wieder ein Niveau zur Zyklusmitte erreicht. Das größte Risiko sehen wir in erheblichen Kapazitätserweiterungen in Ostasien. Sollte das weltweite Angebot weiterhin stärker wachsen als die Nachfrage, könnte sich die von uns für alle drei Unternehmen erwartete Erholung verzögern.

Anmerkung des Redakteurs: Diese Analyse wurde ursprünglich als Aktienkommentar von Morningstar Equity Research veröffentlicht.

Der Autor/Autorin oder die Autoren besitzen keine Aktien der in diesem Artikel erwähnten Wertpapiere. Informieren Sie sich hier Redaktions-Richtlinien von Morningstar.