Alphabet veröffentlichte am 22. Juli seinen Geschäftsbericht für das zweite Quartal. Hier finden Sie die Einschätzung von Morningstar zu den Geschäftsergebnissen und zur Aktie von Alphabet.
Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Alphabet
- : 433,00 USDFair Value-Schätzung
- : ★★★★Morningstar Rating
- : BreitMorningstar Economic Moat Rating
- : MittelMorningstar Uncertainty Rating
Was wir von den Alphabet-Zahlen für das 2. Quartal halten
Alphabet meldete starke Ergebnisse für das zweite Quartal: Der Umsatz des Unternehmens stieg um 24 Prozent auf 120 Milliarden USD, und die operative Marge stieg um 2 Prozentpunkte auf 34 Prozent. Google Cloud verzeichnete ein Wachstum von 82 Prozent auf 25 Milliarden USD, wobei die Margen im Cloud-Segment ebenfalls um 15 Prozentpunkte auf 36 Prozent stiegen.
Warum das wichtig ist: Alphabet verzeichnet weiterhin echte Fortschritte bei der Monetarisierung Künstlicher Intelligenz. Während Investoren versuchen, die Renditen der enormen, KI-getriebenen Investitionen in Rechenzentren einzuschätzen, sind wir der Ansicht, dass sich für Alphabet in allen seinen Hauptgeschäftsbereichen bereits Erträge abzeichnen.
- Das deutlichste Anzeichen für die boomenden Ausgaben im Bereich Künstlicher Intelligenz ist im Google-Cloud-Segment zu erkennen, wo der Auftragsbestand – also die vertraglich vereinbarten künftigen Umsätze – von 108 Milliarden USD vor einem Jahr auf 514 Milliarden USD stieg.
- Über den Cloud-Bereich hinaus verzeichnen wir eine anhaltende Stärke im Suchbereich, wobei die Google Search 17 Prozent wuchs. Erfreulicherweise findet das Bestreben von Alphabet, ein KI-basiertes Sucherlebnis zu schaffen, großen Anklang: Die Zahl der monatlichen Nutzer des KI-Modus liegt mittlerweile bei über einer Milliarde.
Wichtige Kennzahlen: Der freie Cashflow von Alphabet rutschte in diesem Quartal ins Minus – ein Trend, der sich unserer Einschätzung nach in den nächsten Quartalen fortsetzen wird, da das Unternehmen seine Investitionen in den KI-Bereich ausweitet. Wie bereits erwähnt, sind wir der Ansicht, dass Anleger ihr Augenmerk auf die Nachfrage im KI-Bereich richten, die solche hohen Investitionsausgaben rechtfertigt.
Fazit: Wir behalten unsere Fair Value-Schätzung in Höhe von 433 USD für Alphabet mit seinem breiten Economic Moat bei und betrachten dessen Monetarisierung im KI-Bereich – über Chips, Infrastruktur, Modelle und Anwendungen hinweg – weiterhin als hervorragende Möglichkeit für Anleger, ein Engagement im KI-Bereich aufzubauen, ohne auf einen bestimmten Teil des KI-Stacks beschränkt zu sein.
- Die Alphabet-Aktie verzeichnete unmittelbar nach Veröffentlichung der Geschäftszahlen Kursverluste, was wahrscheinlich auf die Besorgnis der Anleger hinsichtlich der steigenden Investitionsausgaben des Unternehmens zurückzuführen ist, die 2026 voraussichtlich 200 Milliarden USD übersteigen werden.
- Wir lenken die Aufmerksamkeit der Anleger auf die tatsächlichen Renditen, die das Unternehmen aus seinen umfangreichen Investitionen in Künstliche Intelligenz erzielt, darunter das deutliche Wachstum im Cloud-Geschäft und im Kerngeschäft Werbung. Wir gehen von einer anhaltenden Beschleunigung aus, da die Hardware-Umsätze des Unternehmens 2027 einen Aufwärtstrend verzeichnen werden.
- Langfristige Anleger, die kurzfristige Kursschwankungen verkraften, sollten die Alphabet-Aktie genauer unter die Lupe nehmen. Wir betrachten die KI-Investitionen des Unternehmens als wertsteigernd und sind der Ansicht, dass sich das Unternehmen so positioniert, dass es sowohl vom Ausbau der KI als auch von deren zunehmender Verbreitung profitieren kann.
Im Folgenden finden Sie Auszüge aus dem Unternehmensbericht von Morningstar zur Alphabet-Aktie.
Fair Value-Schätzung
Angesichts der 4-Sterne-Bewertung sind wir der Ansicht, dass die Alphabet-Aktie im Vergleich zu unserer langfristigen Fair Value-Schätzung von 433 USD pro Aktie moderat unterbewertet ist. Das entspricht einem bereinigten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 30 für 2026 und einem Verhältnis zwischen Unternehmenswert und bereinigtem EBITDA von 26. Wir prognostizieren für Alphabet in den nächsten fünf Jahren ein Umsatzwachstum mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 18 Prozent.
Erfahren Sie mehr über die Fair Value-Schätzung von Alphabet.
Economic Moat Rating
Wir sind der Ansicht, dass Alphabet aufgrund der immateriellen Vermögenswerte, des Netzwerkeffekts, des Kostenvorteils und der Wechselkosten für Kunden, die sich durch alle Geschäftsbereiche ziehen, einen breiten Economic Moat verdient. Wir weisen Google Search, YouTube, Google Cloud, Android und Google Play, den Geräten sowie weiteren Zukunftsinvestitionen (zu denen auch Googles ambitionierte Projekte wie selbstfahrende Fahrzeuge und Internetzugang gehören) breite Economic Moats zu.
Wir sind der Ansicht, dass das Hardware-Portfolio von Alphabet, zu dem die Produktgruppen Pixel und Nest gehören, als eigenständiges Geschäftsfeld keinen Economic Moat aufweist. Das ist in erster Linie auf das Fehlen wesentlicher Informationen zurückzuführen, anhand derer wir die Rentabilität des Geschäftsbereichs und die erzielten Renditen beurteilen könnten. Zwar umfasst das „Other Bets“-Portfolio von Alphabet einige interessante Unternehmen, darunter den Hersteller autonomer Fahrzeuge Waymo, doch verbrennt dieser Geschäftsbereich weiterhin Kapital und erzielt Renditen, die deutlich unter seinen Kapitalkosten liegen. Daher geben wir dem „Other Bets“-Geschäft von Alphabet kein Moat Rating.
Erfahren Sie mehr über den Economic Moat von Alphabet.
Finanzielle Stärke
Wir betrachten die Finanzlage von Alphabet als nahezu unangreifbar. Das Unternehmen schloss das Jahr 2025 mit liquiden Mitteln in Höhe von 127 Milliarden USD ab, was die Schulden in Höhe von 46 Milliarden USD mehr als ausglich. Das Werbegeschäft des Unternehmens ist eine wahre Cashflow-Generierungsmaschine, die jährlich einen freien Cashflow in Höhe von mehreren zehn Milliarden USD erwirtschaftet. Neben dem Werbegeschäft macht Alphabet Fortschritte bei der Diversifizierung seiner Cash-Generierung, wobei Google Cloud und die Abonnementumsätze von YouTube als zusätzliche Treiber des freien Cashflows dienen.
Erfahren Sie mehr über die Finanzkraft von Alphabet.
Risiko und Unsicherheit
Wir stufen Alphabet mit einem Unsicherheitsgrad von „mittel“ ein. Das spiegelt unsere Überzeugung wider, dass Alphabet trotz kurzfristiger Unsicherheiten hinsichtlich kartellrechtlicher Regulierung und potenzieller Konkurrenz auf dem von KI geprägten Suchmaschinenmarkt gut positioniert ist, um sein Gesamtgeschäft auszubauen und gleichzeitig eine äußerst solide Bilanz zu wahren. Wir gehen davon aus, dass die immateriellen Vermögenswerte und Netzwerkeffekte von Google die marktbeherrschende Stellung des Unternehmens im Suchmaschinenbereich wahrscheinlich sichern werden.
Wir sind der Ansicht, dass die Position von Google Searech als unangefochtenem Marktführer im Suchbereich unter Druck geraten könnte, was in erster Linie auf die kartellrechtliche Überprüfung zurückzuführen ist. Auch wenn wir nicht davon ausgehen, dass die Marktführerschaft des Unternehmens aufgrund kartellrechtlicher Bedenken ins Wanken gerät, sorgt dieses Thema doch für zusätzliche Unsicherheit in einem ansonsten stabilen Geschäftsumfeld. Ein weiterer wichtiger Unsicherheitsfaktor für Alphabet insgesamt sind die beträchtlichen Investitionen in neue KI-Technologien wie generative KI. Zwar betrachten wir diese Investitionen als wertsteigernd – insbesondere angesichts der vielfältigen Möglichkeiten, wie Alphabet sein technologisches Know-how im KI-Bereich monetarisieren kann –, doch sind wir der Ansicht, dass sie die Bandbreite möglicher Ergebnisse für den Umsatz und die Rentabilität von Alphabet in Zukunft mit zusätzlicher Unsicherheit behaftet.
Die starke Abhängigkeit des Unternehmens von Daten zum Nutzerverhalten stellt ein Risiko in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung dar. Gelingt es Google nicht, einen angemessenen Datenschutz und eine angemessene Datensicherheit zu gewährleisten, leidet das Werbegeschäft des Unternehmens wahrscheinlich, und das Vertrauen der Nutzer in die anderen Produkte des Unternehmens gerät wahrscheinlich ins Wanken.
Erfahren Sie mehr über die Risiken und Unsicherheiten bei Alphabet.
GOOGL-Bullen sagen
- Das Kerngeschäft von Alphabet im Werbebereich ist fest in den Werbebudgets verankert, wodurch das Unternehmen von einem langfristigen Anstieg der Ausgaben für digitale Werbung profitiert.
- Das Werbegeschäft des Unternehmens generiert beträchtliche Cashflows, die es in Wachstumsbereiche wie GCP, KI-gestützte Suche und ambitionierte Projekte wie Waymo reinvestiert.
- Alphabet verfügt als wichtiger Cloud-Anbieter für Unternehmen, die ihre Workloads digitalisieren möchten, über enorme Chancen im lukrativen Public-Cloud-Bereich.
GOOGL-Bären sagen
- Zwar ist Alphabet bestrebt, sein Geschäft über den Bereich der Suchmaschine hinaus zu diversifizieren, doch stellt die textbasierte Werbung nach wie vor den größten Beitrag zum Umsatz des Unternehmens dar, was ein Konzentrationsrisiko mit sich bringt.
- Die anhaltenden Investitionen von Alphabet in neue, oft noch nicht erprobte Technologien haben den Cashflow belastet.
- Aufsichtsbehörden weltweit nehmen die marktbeherrschende Stellung von Alphabet im Suchmaschinenbereich ins Visier und stehen vor der Möglichkeit, den Suchmaschinenmarkt durch die Auferlegung umfangreicher, struktureller Veränderungen in diesem Bereich grundlegend zu verändern.
Dieser Artikel wurde von Irza Waraich zusammengestellt.

