Alphabet-Aktie vor Quartalszahlen kaufen, verkaufen - oder ist sie fair bewertet?

Von Google Cloud bis zur Nutzerbindung bei Gemini – hier erfahren Sie, was wir vom Geschäftsbericht von Alphabet erwarten.

Ein Blick auf den Hauptsitz von Google.
Tayfun Coskun/Anadolu via Getty

Alphabet wird am 22. Juli seinen Geschäftsbericht für das zweite Quartal veröffentlichen. Hier erfahren Sie, worauf Sie laut Morningstar bei den Geschäftszahlen von Alphabet achten sollten und wie die Aussichten für die Aktie aussehen.

Wichtige Morningstar-Kennzahlen für Alphabet

  • Fair Value-Schätzung
    : 433 USD
  • Morningstar Rating
    : ★★★★
  • Morningstar Economic Moat Rating
    : Breit
  • Morningstar Uncertainty Rating
    : Mittel

Termin der Veröffentlichung des Alphabet-Geschäftsergebnisses

  • Mittwoch, 22. Juli, nach Börsenschluss

Auf was Sie bei den Ergebnissen von Alphabet für das zweite Quartal achten sollten:

  • Achten Sie auf das Wachstum von Google Cloud - sowohl in den Quartalszahlen als auch bei den vertraglich vereinbarten zukünftigen Umsätzen (bzw. dem Auftragsbestand). Wir gehen davon aus, dass Anleger Gewissheit darüber wünschen, dass sich der Auftragsbestand in Höhe von 460 Milliarden USD in den nächsten zwei Jahren in Umsätze umwandeln lässt. Ebenso wichtig ist der Ausblick auf die weitere Entwicklung. Faktoren wie nutzungsabhängige Umsätze (Consumption-Based Spending) und neue Vertragsabschlüsse werden ebenfalls entscheidend sein, um die Gesundheit des Cloud-Geschäfts einzuschätzen.
  • Das Unternehmen bewegt sich am oberen Ende seiner Prognose für die jährlichen Investitionsausgaben von 180 bis 190 Milliarden USD. Wir gehen davon aus, dass die Anleger ihr Augenmerk vor allem auf die jährlichen Investitionsausgaben für das Jahr 2026 richten werden, ebenso wie auf etwaige daraus abgeleitete Zahlen für das Jahr 2027 und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Ergebnis.
  • Im Fokus stehen außerdem die monatlich aktiven Nutzerzahlen von Gemini, AI Mode und AI Overviews. Diese Kennzahlen geben Aufschluss darüber, wie stark die KI-Modelle des Unternehmens bei Verbrauchern angenommen werden.
  • Google Search und die Monetarisierung der KI über die Suchmaschine bleiben aus unserer Sicht entscheidend. Wir erwarten, dass die Monetarisierung robust bleibt, und sehen die Entwicklung als Hinweis darauf, dass Google einen funktionierenden Ansatz gefunden hat, um den AI Mode erfolgreich zu monetarisieren.

Fair Value-Schätzung für Alphabet

Wir behalten unsere Fair Value-Schätzung von 433 USD pro Aktievor der Vorlage der Quartalszahlen bei. Wir halten die Aktie für unterbewertet und gehen davon aus, dass Anleger im Laufe des Jahres das vielschichtige Potenzial des Unternehmens zur Monetarisierung von KI stärker würdigen werden.

Zwar gibt es Bedenken, dass Gemini an der technologischen Spitze ins Hintertreffen geraten könnte, doch sind wir der Ansicht, dass Alphabet auf der Modellebene sowie über den gesamten KI-Stack hinweg (Chips, Cloud-Infrastruktur und Anwendungen) wettbewerbsmäßig gut positioniert ist. Wir sind der Ansicht, dass Alphabet durch den Einsatz von KI in allen seinen Geschäftsbereichen Monetarisierungsmöglichkeiten erschließt.

Erfahren Sie mehr über die Fair Value-Schätzung von Alphabet.

Economic Moat-Rating

Wir sind der Ansicht, dass Alphabet aufgrund der immateriellen Vermögenswerte, des Netzwerkeffekts, des Kostenvorteils und der Wechselkosten für Kunden, die sich durch eine Vielzahl seiner Geschäftsbereiche ziehen, einen breiten wirtschaftlichen Burggraben (Economic Moat) verdient. Wir weisen der Google-Suche, YouTube, Google Cloud, Android und Google Play einen Economic Moat zu.

Zwar umfasst das Portfolio der „Other Bets“ von Alphabet einige interessante Unternehmen, darunter Waymo, doch verbrennt dieser Geschäftsbereich weiterhin Kapital und erzielt Renditen, die deutlich unter seinen Kapitalkosten liegen. Aus diesem Grund stufen wir die „Other Bets“ von Alphabet als Geschäftsbereich ohne Wettbewerbsvorteil ein.

Erfahren Sie mehr über den Economic Moat von Alphabet.

Finanzielle Stärke

Wir betrachten die Finanzlage von Alphabet als nahezu unangreifbar. Das Unternehmen schloss das Jahr 2025 mit liquiden Mitteln in Höhe von 127 Milliarden USD ab, wodurch seine Schulden in Höhe von 46 Milliarden USD mehr als ausgeglichen wurden.

Das Werbegeschäft des Unternehmens ist eine wahre Geldmaschine, die jährlich einen freien Cashflow in Höhe von mehreren zehn Milliarden USD erwirtschaftet. Zugleich macht Alphabet Fortschritte bei der Diversifizierung seiner Cashflow-Quellen, wobei Google Cloud und die Abonnementumsätze von YouTube als zusätzliche Treiber des freien Cashflows dienen.

Erfahren Sie mehr über die Finanzkraft von Alphabet.

Risiko und Unsicherheit

Wir stufen Alphabet mit einem Unsicherheitsgrad von „mittel“ ein. Dies spiegelt unsere Überzeugung wider, dass das Unternehmen trotz kurzfristiger Unsicherheiten im Zusammenhang mit kartellrechtlichen Vorschriften und potenzieller Konkurrenz auf dem KI-geprägten Suchmaschinenmarkt gut positioniert ist, um sein Gesamtgeschäft auszubauen und gleichzeitig eine äußerst solide Bilanz zu wahren.

Wir sind der Ansicht, dass die immateriellen Vermögenswerte und Netzwerkeffekte von Google die marktbeherrschende Stellung des Unternehmens im Suchmaschinenbereich wahrscheinlich sichern werden. Wir gehen jedoch davon aus, dass die Position der Google-Suche als unangefochtener Marktführer im Suchmaschinenbereich unter Druck geraten könnte, was in erster Linie auf die kartellrechtliche Überprüfung zurückzuführen ist. Auch wenn wir nicht davon ausgehen, dass die Marktführerschaft des Unternehmens aufgrund kartellrechtlicher Bedenken ins Wanken geraten wird, sorgt dieses Thema für zusätzliche Unsicherheit in einem ansonsten stabilen Geschäftsumfeld.

Neben dem Kartellrecht stellt die KI einen weiteren wichtigen Unsicherheitsfaktor für Alphabet insgesamt dar. Zwar betrachten wir die KI-Investitionen des Unternehmens als wertsteigernd – insbesondere angesichts der vielfältigen Möglichkeiten, wie Alphabet seine Technologie im Bereich der KI monetarisieren lässt –, doch sehen wir darin auch einen Faktor, der die Bandbreite möglicher Entwicklungen hinsichtlich des Umsatzes und der Rentabilität von Alphabet in der Zukunft mit zusätzlicher Unsicherheit behaftet.

Die starke Abhängigkeit des Unternehmens von Daten zum Nutzerverhalten stellt ein Risiko in den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) dar. Gelingt es Google nicht, einen angemessenen Datenschutz und eine ausreichende Datensicherheit zu gewährleisten, dürfte das Werbegeschäft des Unternehmens leiden, und das Vertrauen der Nutzer in die anderen Produkte des Unternehmens könnte sinken.

Erfahren Sie mehr über die Risiken und Unsicherheiten bei Alphabet.

GOOGL: Optimisten sagen

  • Das Kerngeschäft von Alphabet im Werbebereich ist fest in den Werbebudgets verankert, wodurch das Unternehmen von einem langfristigen Anstieg der Ausgaben für digitale Werbung profitiert
  • Das Werbegeschäft des Unternehmens generiert beträchtliche Cashflows, die es in Wachstumsbereiche wie GCP, KI-gestützte Suche und ambitionierte Projekte wie Waymo reinvestiert.
  • Alphabet verfügt als wichtiger Cloud-Anbieter für Unternehmen, die ihre Workloads digitalisieren möchten, über enorme Chancen im lukrativen Public-Cloud-Bereich.

GOOGL: Pessimisten sagen

  • Zwar ist Alphabet bestrebt, sein Geschäft über den Bereich der Suchmaschine hinaus zu diversifizieren, doch stellt die textbasierte Werbung nach wie vor den größten Beitrag zum Umsatz des Unternehmens dar, was ein Konzentrationsrisiko mit sich bringt.
  • Die anhaltenden Investitionen von Alphabet in neue, oft noch nicht erprobte Technologien haben den Cashflow belastet.
  • Aufsichtsbehörden weltweit nehmen die marktbeherrschende Stellung von Alphabet im Suchmaschinenbereich ins Visier, während zugleich tiefgreifende strukturelle Veränderungen den Suchmaschinenmarkt grundlegend verändern könnten.

Dieser Artikel wurde von Irza Waraich zusammengestellt.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von Automatisierung erstellt und von Morningstar-Redakteuren überprüft. Erfahren Sie hier mehr Morningstars Einsatz von Automatisierung.

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